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Eröffnung der Sucht-Aktionswochen des Kreises Minden-Lübbecke

Minden-Lübbecke -

Eröffnung der Sucht-Aktionswochen des Kreises Minden-Lübbecke

Suchtprävention und Suchthilfe hat im Kreis Minden-Lübbecke eine große Bedeutung. Unter dem Motto „Sucht hat immer eine Geschichte“ starteten am Dienstag offiziell die Suchtaktionswochen, um insbesondere Kinder und Jugendliche, in der Jugendhilfe und pädagogischen Arbeit Tätige sowie Eltern mit mehr als 70 kreisweiten Angeboten in den Kommunen für dieses Thema und Situationen, die gefährlich werden könnten, zu sensibilisieren.

Nach dem Fachvortrag von Dr. Bert te Wildt zum Thema „Internetabhängigkeit“ im Kreishaus zum Auftakt am Vormittag, ließ auch die Eröffnungsfeier am Abend im VIP-Raum der Mindener Kampa-Halle mit rund 80 interessierten Gästen die Gesichter des Organisationskomitees (Fachstelle für Suchtprävention und Präventiver Rat) strahlen. Ein buntes Programm, moderiert von Sarah Golcher, erwartete die Besucher, denen an einigen Infoständen verschiedener präventiv und beratend arbeitender Institutionen auch fachliche Tipps geboten wurden. Abwechslungsreich und spannend wurde das Thema „Sucht“ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: Fachlich, theaterpädagogisch aufbereitet und musikalisch.

Musik, Theater und fachliche Kompetenz

Einen fachlichen Blick auf das Thema „Sucht“ bot Mareike Awolin, die auch für die Gesamtkoordination verantwortlich zeichnete. „Für suchtgefährdende Situationen sensibilisieren, bevor eine eigene Suchtgeschichte entsteht, das ist unsere Aufgabe“, so die Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention und machte deutlich, wie vielfältig die Dimensionen sind, in denen Suchtverhalten seinen Raum findet. „Waren es früher Alkohol, Nikotin, Rauschgift und Essstörungen, haben wir heute zudem die neue Medienwelt von Handy, Onlinegames und Co., in der es zu Suchtverhalten kommen kann.“ Bei ihrer Identitätsfindung ließen sich Kinder und Jugendliche oft unüberlegt auf risikoreiches und gesundheitsgefährdendes Verhalten ein. „Wir müssen den Heranwachsenden Möglichkeiten und kreative Angebote bieten, die ohne Gefährdung ihr Verlangen nach Anerkennung, Lob, Wertschätzung und starkem Selbstbewusstsein befriedigen.“

Einen kurzen Ausschnitt aus ihrem Theaterstück „Voll drauf“ präsentierte die Theatergruppe Hille-Pupille. Mit Kater Felix, der Maus Milli und weiteren Bauernhoftieren als Großpuppenfiguren vermitteln die beiden Puppenspieler Hille und Klaus Menning schwungvoll und heiter in den kommenden Tagen in verschiedenen Grundschulen Mut, Stärke und Selbstvertrauen – beste „Zutaten“, die vor Suchtgefährdung schützen und dazu animieren, auch mal ins kalte Wasser zu springen, um das Abenteuer des Lebens zu genießen.

Ein dickes „Like“ nicht nur von Landrat Dr. Ralf Niermann konnten darüber hinaus die jungen Rapper und Rapperinnen von „Level 5“ für sich verbuchen. Die fünf Jugendlichen Nura, Gian-Luca, Jason, Luca und Despina hatten sich im Vorfeld der Aktionswochen in einem Musikvideoworkshop im Geschwister-Scholl-Haus mit dem Musikproduzenten Sebastian Maier zusammengetan und den Song „Zuviel ist auch nicht gut“ aufgenommen, der nun bei „Youtube“ auf Gefahren der Suchtentstehung und -folgen aufmerksam macht. Für das Engagement der 12 bis 14 jährigen hatte Niermann eine ganz besondere Überraschung als Dankeschön parat: Er überreichte den Teens ihren ersten eigenen Song – ganz frisch auf CD gepresst.

„Was Sie für die Aktionstage auf die Beine gestellt haben, ist nicht selbstverständlich und zeugt von gewaltigem Einsatz, Engagement und viel Herzblut“, dankte der Landrat, zugleich Schirmherr der Aktionswochen, in seinem Grußwort dem Organisationskomitee und den zahlreichen Kooperationspartnern, die mit ihren Aktionen in den Kommunen Heranwachsende auf ihrem Weg zu selbstbewussten, starken Persönlichkeiten unterstützen wollen. Niermanns besonderer Dank galt zudem Mareike Awolin, bei der die Fäden der seit 25 erfolgreichen und von der Ginko-Stiftung koordinierten Landeskampagne, zusammenlaufen. „Denn wir Erwachsenen sind dafür verantwortlich, die junge Generation zu unterstützen, um mit einem gesunden und selbstbewussten Start den Weg in ein möglichst suchtfreies Leben zu ebnen“, unterstrich Niermann nicht nur in offizieller Funktion, sondern auch als Vater eines Teenagers.

Foto: Von Landrat Dr. Ralf Niermann (l.) und Mareike Awolin (r.) erhielten Nura Remmo, Despina Drosou, Jason-Lee Palmer und Gian-Luca Thümmel (v.l.) von „Level 5“ für ihr Rapvideo nicht nur ein dickes „Like“, sondern ihren ersten eigenen Song auf CD gepresst. Es fehlt das fünfte Bandmitglied Luca Schöttler.

(Foto und Text: Anja Schubert)

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