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Mieten in Minden weiterhin auf niedrigem Niveau

Minden -

Mieten in Minden weiterhin auf niedrigem Niveau

Rund 3200 Datensätze wurden von Herbst 2015 bis März 2016 erfasst und ausgewertet. Sowohl Privatvermieter als auch große Wohnungsbaugesellschaften haben Angaben zu dem neuen Mietspiegel geliefert. Bürgermeister Michael Jäcke bezeichnete den Mietspiegel in einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag „als ein wichtiges Barometer“. Er hob hervor, dass der Mietspiegel kostenlos im Internet zur Verfügung steht und dankte allen Beteiligten, die an der Entstehung mitgewirkt haben.

Basis für die Berechnungen ist eine Standardwohnung im Innenstadtbereich mit 50 bis 64 Quadratmetern Wohnfläche aus den Baujahren 1961 bis 1980, die mit Bad oder Dusche, WC und Sammelheizung ausgestattet ist. Für höhere Standards, energetische Sanierungen, Balkon oder Terrasse sowie eine gute Wohnlage können Zuschläge berechnet werden, für niedrigere Standards oder andere Wohnlagen ergeben sich Abschläge. Für eine 65 bis 79 Quadratmeter große Wohnung in Innenstadtlage müssen – je nach Alter des Hauses – 5,36 bis 6,58 Euro durchschnittlich an Kaltmiete gezahlt werden.

Die Tabelle im Mietspiegel weist fünf Baualtersklassen aus. Hier ist die zu mietende oder vermietende Wohnung zunächst einzuordnen. Umfassende Modernisierungen können hingegen zu einer Veränderung der Einstufung führen. Voraussetzung ist, dass ein wesentlicher Bauaufwand betrieben wurde. Wenn zum Beispiel eine Stadtvilla aus der Gründerzeit kernsaniert und energetisch optimiert wird, könne sie in die jüngste Baualtersklasse ab 2001 eingestuft werden, so die Vertreter der Interessenverbände.

Mieten in Minden weiterhin auf niedrigem Niveau

Die Preise seien eine Orientierungshilfe, die es Mietern und Vermietern ermöglichen soll, die Mieten im Rahmen ortsüblicher Entgelte eigenverantwortlich zu vereinbaren, so Hans-Joachim Krüger, Bereichsleiter Vermessung und Geoservice bei der Stadt Minden. Zudem biete der Mietspiegel Kostentransparenz für Menschen, die Interesse haben, nach Minden zu ziehen. Insgesamt sind die Mieten im Vergleich zu 2013 leicht gestiegen. Das bestätigten alle Beteiligten. Dennoch liegt Minden im NRW-Vergleich bei den Mietpreisen deutlich unter dem Durchschnitt. So beträgt der Preis für eine Wohnung mit 40 Quadratmetern Größe landesweit rund 11,80 Euro. In Minden müssen dafür durchschnittlich nur 7 bis 8 Euro gezahlt werden, so Eugen Pankratz, Geschäftsführer der Wohnhaus Minden GmbH.

Thorsten Bornemann, Vorsitzender des Mietervereins Minden und Umgebung e.V., wies in der Pressekonferenz am 31. März darauf hin, dass die so genannte „zweite Miete“ in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Ein Mieter müsse in Minden mit durchschnittlich 2,50 Euro pro Quadratmeter für die Nebenkosten rechnen. Er sprach einige „schwarzen Schafe“ unter den Vermietern an, die immer wieder versuchen würden, die Nebenkosten neuen und interessierten Mietern gegenüber „klein zu rechnen“. Mit der Jahresabrechnung gebe es dann die „böse Überraschung“. So seien 100 Euro Nebenkosten für eine 80 bis 100 Quadratmeter große Wohnung nicht realistisch, warnt Bornemann.

Die Vertreter der großen Wohnungsbaugesellschaften - die Genossenschaft für Siedlungsbau, Wohnen Minden eG und Wohnhaus Minden GmbH - stellten heraus, dass in den vergangenen Jahren stark in die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern investiert wurde. Diese gibt es im Schwerpunkt in den Stadtbezirken Bärenkämpen, Rodenbeck und Rechtes Weserufer. Gearbeitet wurde auch an den Außenfassaden. Diese Investitionen hätten die Wohnungen insgesamt aufgewertet, so Bernd Hausmann von der GSW . Auch an den Zuschnitten der Wohnungen seien Veränderungen nach den aktuellen Bedarfen vorgenommen worden, berichtet Eugen Pankratz von der Wohnhaus GmbH. Große Nachfrage bestehe vor allem bei Wohnungen bis 40 Quadratmetern Größe und bei sehr großen Wohnungen für mehrköpfige Familien.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 558d Absatz 2) sieht vor, dass ein qualifizierter Mietspiegel einmal im Abstand von zwei Jahren an die Marktentwicklung über den Preisindex angepasst werden kann. Grundlage ist der vom statistischen Bundesamt ermittelte Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland (Verbraucherindex). Alle vier Jahre müssen die Daten dann neu erhoben werden.

(Text und Fotos: Stadt Minden Pressestelle)

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