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Notfallsanitäter wird zum Rückgrat des Rettungsdienstes

Minden-Lübbecke -

Notfallsanitäter wird zum Rückgrat des Rettungsdienstes

Notärzte und Rettungsassistenten arbeiten bereits jetzt am Einsatzort Hand in Hand. Zukünftig wird diese Zusammenarbeit nochmals ausgeweitet. Mit dem neuen Berufsbild des Notfallsanitäters werden der ersten Person vor Ort beim Eintreffen mehr Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Die Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken (MKK) in Minden bietet ab dem Sommer 2016 diese dreijährige Ausbildung für ein neu geschaffenes Berufsbild an. Im August beginnt die Ausbildung zum staatlich anerkannten Notfallsanitäter, der zukünftig mit dem Notarzt das Rückgrat des Rettungsdienstes bilden wird. „Wir freuen uns, an unserer Akademie den insgesamt neunten Ausbildungsberuf anbieten zu können“, sagt Oliver Neuhaus, Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken: „Mit der Durchführung des neuen Ausbildungsganges zum Notfallsanitäter tragen wir maßgeblich zur Versorgungsqualität im Rettungsdienst bei.“

Schon 2013 trat bundesweit das neue Notfallsanitätergesetz in Kraft. Ziel darin ist, jedem Bürger in medizinischen Notfällen eine qualifizierte und flächendeckende Hilfe auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zu bieten. Um dies auch in Zukunft gewährleisten zu können, wurde der Beruf des Notfallsanitäter geschaffen, der im Vergleich zum derzeitigen Rettungsassistenten erweiterte Kompetenzen besitzt und die Patientenversorgung weiter verbessert.

Lücke wird geschlossen

Egal wo oder wann ein Notfall geschieht, kann es zwischen dem Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes zu einem Zeitfenster kommen, in dem nicht alle Therapiemöglichkeiten genutzt werden können. Besteht in diesem Intervall eine unmittelbare Gefahr für den Patienten, kann der Notfallsanitäter zukünftig Maßnahmen ergreifen, um schweren Schaden abzuwenden. Ein alltägliches Beispiel ist die sogenannte Schmerztherapie, die bislang nur von Notärzten ausgeführt werden durfte. Findet der Rettungsdienst beispielsweise einen Patienten mit einem schmerzenden Knochenbruch vor, musste man bislang auf das Eintreffen des Notfallmediziners warten, bis ein Schmerzmittel verabreicht werden konnte. Nach Vorgabe des ärztlichen Leiters des Rettungsdienstes kann in Zukunft auch ein Notfallsanitäter das Medikament selbstständig zuführen, um für den Patienten eine sofortige Linderung herbeizuführen.

Patientenwohl steht im Mittelpunkt

„Das Patientenwohl steht für uns an oberster Stelle. Umso früher wir die Schmerzen lindern können, desto besser“, sagt auch Dr. Gunter Veit, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Minden-Lübbecke. „Die Verhinderung von Schmerzen kann auch bedeuten, dass wir Folgeschäden für den Patienten vermeiden.“ Der langjährige Notarzt steht hinter der Einführung des Notfallsanitäters. „Die verbesserte Ausbildung und die erweiterten Kompetenzen des Notfallsanitäters werden die tägliche Arbeit im Rettungsdienst deutlich verbessern“, sagt Dr. Gunter Veit. Laut Rettungsgesetz NRW muss ab 2026 ein Notfallsanitäter zur Besatzung jedes Rettungswagens gehören. Auch die Fahrer des Notarzt-Einsatzfahrzeugs, mit dem der Notfallmediziner zur Einsatzstelle gebracht wird, muss ab diesem Zeitpunkt ein Notfallsanitäter sein. „Daher bieten wir schon ab diesem Frühjahr Ergänzungslehrgänge für den berufserfahrenen Rettungsassistenten an, um das Examen zum Notfallsanitäter aufgrund einer langjährigen Berufserfahrung durch Verkürzung der Ausbildungszeit zu erlangen“, sagt Timo Wolff, Notfallsanitäter und Ausbilder an der Akademie für Gesundheitsberufe. Je nach Berufserfahrung dauern die Ergänzungslehrgänge zwischen 80 Stunden und 960 Stunden, inklusive Praktika an den Standorten der Mühlenkreiskliniken. Akademiedirektor Neuhaus stuft den Mindener Standort der Akademie für Gesundheitsberufe als Vorteil ein. „Bundesweit wird es in den kommenden Jahren einen steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften für den Rettungsdienst geben. Mit unserer unmittelbaren Nähe zu Niedersachsen sind wir auch für den Norden Deutschlands attraktiv.“

(Text und Foto: MKK)

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