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Fit mit Wintergemüse

Unsere typischen deutschen Wintergemüse sind Lauch, Steckrüben, Möhren, Schwarzwurzeln, Sellerie, Chicoree und Feldsalat. Und natürlich Kohl. Kohl, Kohl, Kohl ….

Aber dazu später. Alle genannten Gemüsearten enthalten Vitamine und wertvolle Senföle.

Lauch schätzten schon die alten Römer und Ägypter aufgrund seines hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralstoffen. Einst nannte man ihn sogar „Spargel des armen Mannes“ – zweifellos ein Kompliment. Wer Lauch regelmäßig und reichlich isst, hilft seinem Körper zu entschlacken und zu entwässern. Lauch unter Wasser putzen, in Stücke schneiden und in wenig Öl andünsten.

Schwarzwurzeln wirken durch ihre Bitterstoffe harn- und schweißtreibend. Weitere Inhaltsstoffe entspannen und fördern den Schlaf. Am besten nur bürsten, mit der Schale kochen und erst dann schälen. Nach dem Garen verfärbt der Saft die Finger nicht mehr.

Steckrüben haben bei vielen älteren Menschen ein schlechtes Image als „Kriegskost“. Doch Steckrübe ist Kult, nicht nur in der heimischen Küche, auch in der Gastronomie. Die Knolle schmeckt angenehm mild und liefert Vitamin 6 für Blut und Nerven. Die Rübe einfach wie Kohlrabi zubereiten.

Wintergemüse

Chicoree ist vitamin- und mineralstoffreich und deshalb als Wintergemüse sehr gesund. Roh verzehrt pur mit einem Dip oder als Salatkombination zusammen mit Früchte und Käse in einer Vinaigrette aus Honig und Balsamico - eine raffinierte Delikatesse. Aber auch als gedünstetes Gemüse, eventuell mit einer Käsehaube, ist er sehr schmackhaft.
Und jetzt kommen wir zum Kohl. Ob Rotkohl mit Klößen, Kassler mit Sauerkraut oder Grünkohl mit Pinkel: Kohlgerichte sind in deutschen Küchen tief verwurzelt. Sie gelten sogar als so typisch, dass die Ausländer die Deutschen spöttisch „Krauts“ nennen. Dabei gibt es gar nichts zu spotten. Kohlgemüse ist eine stattliche Familie mit vielen namhaften Vertretern. Der schrumpelige Wirsing gehört ebenso dazu wie die prallen Rot- und Weißkohlköpfe, der feine Rosenkohl oder der federartige Grünkohl. Sie alle haben im Herbst und Winter ihren Auftritt. Versuchen Sie doch einmal kleine Rosenkohlblättchen zusammen mit Obst oder Datteln als Rohkost!

Auch wenn die Kohlgemüse unterschiedlich aussehen, sind sie doch alle gesunde Multitalente. Sie enthalten kaum Kalorien, dafür aber reichlich Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Sie liefern vor allem Vitamin C, Folsäure, Kalium, Calcium, Magnesium und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sorgen für den typisch würzigen Kohlgeschmack und können das Krebsrisiko senken.

Die wohl wichtigste Kohlart in Deutschland ist der Weißkohl. Weißkohl und Sauerkraut sollen vor Mangen- und Darmkrebs schützen und das Immunsystem stärken. Und sie fördern die Verdauung, was bei empfindlichen Personen jedoch zu Blähungen führen kann. Dagegen gibt es einen einfachen Trick: Man kocht den Kohl kurz in Salzwasser, schüttet dieses weg und gart ihn in frischem Wasser fertig.

Ein ungewöhnlich dicht gepacktes Nährstoffpaket ist der Grünkohl. Er war lange Zeit nur im Norden des Landes beliebt. Jetzt findet das grüne Blattgemüse auch in anderen Regionen immer mehr Anhänger. Grünkohl strotzt nur so vor gesunden Nährstoffen. Er enthält viel Eisen, Calcium, Betacarotin und Folsäure. Richtig gut schmeckt er nach den ersten frostkalten Nächten, in denen sich ein Teil der Stärke in Zucker umwandelt. War das in der Natur noch nicht der Fall, können Sie ihn kurz ins Gefrierfach legen.

Entweder man liebt oder man hasst den Rosenkohl. Erst vor 200 Jahren gelang belgischen Bauern die Züchtung des kuriosen Gemüses. Die intensiv schmeckenden Mini-Köpfchen stecken voller Pflanzeneiweiß und wirken gegen Magenübersäuerung und Verstopfung. Rosenkohl schmeckt auch nach dem ersten Frost besonders zart und aromatisch. Außerdem liefert er eine Menge Vitamine: Bereits 100 Gramm decken den täglichen Bedarf an Vitamin C und den halben Tagesbedarf an Folsäure.

Rotkohl bekommt seine Farbe durch einen Stoff mit dem Namen Anthocyan. Dieser gilt als krebs- und entzündungshemmend. Außerdem liefert der Kohl besonders viele Ballaststoffe und Vitamin C. Obwohl er das ganze Jahr im Angebot ist, gilt er als klassisches Wintergemüse. Mit Zwiebeln und Äpfeln in Öl oder Schmalz angedünstet, mit Lorbeerblättern, Nelken, Wacholderbeeren und Pfefferkörnern gewürzt und mit Johannisbeergelee verfeinert, schmeckt er delikat.

Greifen Sie also bei allen Wintergemüsearten beherzt zu. Auch in der kalten Jahreszeit gibt es genug Gemüse und Salate, die den Körper winterfit machen. (Text: Annina Pietza, Senioren Journal, Foto: Wolfgang Jargstorff - Fotolia)