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Herzspezialisten erweitern Kapazitäten

JWK Minden investiert über zwei Millionen Euro in neues Labor.

mkk

Mit Hilfe eines Ballons am Ende des Katheterschlauches können die Herzspezialisten der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am JWK Minden, verengte Herzkranzgefäße weiten.

Hier wird gedehnt, geweitet, verödet und nach modernsten Verfahren diagnostiziert und behandelt: Im Herzkatheterlabor der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin behandeln die Herzspezialisten um Chefarzt PD Dr. Marcus Wiemer Menschen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, die an einer Verengung der Herzkranzgefäße leiden, bei denen Herzrhythmusstörungen auftreten oder bei denen der Verdacht besteht, ihre Beschwerden könnten mit einer eingeschränkten Tätigkeit der menschlichen Blutpumpe zusammenhängen.

Bereits jetzt laufen die Planungen auf Hochtouren, um die Behandlungskapazitäten im Johannes Wesling Klinikum Minden zu verdoppeln. Über zwei Millionen Euro investiert das Haus, um neben dem bestehenden Herzkatheterlabor einen zweiten Behandlungs- und Diagnoseplatz zu errichten. "Wir haben festgestellt, dass wir einen steigenden Bedarf bei der Behandlung von Herzerkrankungen haben", resümiert Robert Möller, Geschäftsführer des JWK Minden. "Wir freuen uns darum im Sinne unserer Patientinnen und Patienten sehr über die schnelle Unterstützung des Vorstandes und des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken bei der Umsetzung dieses Großprojektes." Mit der Neuausrichtung der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin hatte sich das Behandlungsspektrum in den zurückliegenden Jahren deutlich erweitert. Außerdem sorgt die demographische Entwicklung dafür, dass immer mehr Patienten einer Untersuchung in einem Herzkatheterlabor bedürfen. "Die Arbeitsweise in einem HKL, wie wir das Labor kurz nennen, ist immer ähnlich", erläutert Chefarzt PD Dr. Marcus Wiemer. "Über die Hand- oder Leistenarterie schieben wir einen kleinen Schlauch bis zum Herzen vor und können dann dort zum Beispiel ein verstopftes Herzkranzgefäß wieder eröffnen und mit einem Stent dauerhaft weiten." Solche Eingriffe finden unter ständiger Röntgenkontrolle statt. Das heißt: Der Kardiologe kann über einen Bildschirm sehen, wo der Katheter sich befindet und wie sich die aktuelle Situation der Herzkranzgefäße darstellt. "Auch können wir hier das Herz sehr genau untersuchen und zum Beispiel mit Spezialkathetern der Ursache von Ohnmachtsanfällen oder Herzrhythmusstörungen auf den Grund gehen."

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Auf einem Röntgenbildes werden die Herzkranzgefäße exakt abgebildet. Für die Spezialisten im JWK die Grundlage um die Erkrankung zu diagnostizieren und weitere Therapien einzuleiten.

Lebensqualität kehrt zurück

Mit dem zweiten HKL wollen die Mühlenkreiskliniken gewährleisten, dass die Patienten aus dem Kreis Minden-Lübbecke und den angrenzenden Regionen auch in Zukunft zeitnah behandelt werden können und sie so einen möglichst raschen Gewinn ihrer Lebensqualität verzeichnen können. "Für Nichtbetroffene ist es schwer nachvollziehbar, aber wenn das Herz aufgrund einer Unterversorgung mit Sauerstoff nicht mehr so gut pumpt und dann ein Eingriff erfolgt, der die Blutversorgung wieder möglich macht, dann fühlen sich sehr viele unserer Patienten wie ein neuer Mensch", plaudert Wiemer aus dem Nähkästchen.

Bereits im Sommer 2014 wird mit den umfangreichen Umbauarbeiten im ersten Stock des Johannes Wesling Klinikums begonnen. Unter der Projektleitung von Karin Heisterhagen aus der Abteilung für Projektmanagement der Mühlenkreiskliniken laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. "Es sind sehr viele Menschen unterschiedlicher Berufsgruppen betroffen: Von Ärzten über Mitarbeiter des Funktionsdienstes und der Pflege, bis hin zu Technikern, IT-Fachleuten und Dienstleistungsfirmen." Der Betrieb in dem bestehenden HKL wird während der Umbauphase weiterlaufen. "Unsere Patientinnen und Patienten werden so gut wie nichts von der Erweiterung spüren. Die Belastungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen wir so gering wie möglich zu halten."

Neben der Kapazitätsanpassung an die Patientenbedürfnisse, geht es bei der Erweiterung auch um die Berücksichtigung von zukünftigen Entwicklungen. Die Kardiologie, weiß Chefarzt Wiemer, ist ein sich rasant entwickelndes Fach. "Bereits jetzt führe ich regelmäßig Herzklappenimplantationen mit Hilfe eines Kathetereingriffs durch. Bisher mussten unsere Patienten dafür mit mir ins Herz- und Diabeteszentrum nach Bad Oeynhausen fahren. Möglicherweise kann man in Zukunft solche modernen Verfahren mit Hilfe der dann sehr aktuellen Technik, auch im Johannes Wesling Klinikum Minden anbieten." Ein Schwerpunkt des neuen Katheterlabors soll aber die Behandlung von Herzrhythmusstörungen darstellen. Hier werden dann häufiger als bisher angeborene oder entstandene elektrische Kurzschlussverbindungen, die zu unangenehmen Herzrhythmusstörungen führen, verödet. Bereits im Frühjahr 2015 sollen die ersten Patienten in dem neuen Herzkatheterlabor in Minden behandelt werden. (Text und Fotos: MKK)