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Sonnenbaden ohne Brennen

Guter Sonnenschutz hält gefährliche Strahlen ab.

VerbraucherzentraleDie Sonne lockt ins Freie, sommerliche Temperaturen erlauben luftige Kleidung – und damit eine Angriffsfläche für Sonnenbrand. Der Handel hält eine Vielzahl an Cremes, Lotionen und Sprays bereit, die vor verbrannter Haut schützen sollen. Hundertprozentigen UV-Schutz kann aber keines der Mittel garantieren. Insbesondere für Kinder kommt der beste Schutz nicht aus der Tube, sondern heißt Schatten, Kopfbedeckung und Kleidung. Woran Sie hautverträgliche und wirksame Produkte erkennen und weitere Tipps zum hautschonenden Umgang mit der Sonne, erfahren Sie bei den Umweltberaterinnen der Verbraucherzentrale NRW Anke Schiermeyer und Cornelia Franke-Röthemeyer:

• Lichtschutz: Chemisch oder physikalisch? Organisch-chemische Lichtschutzfilter in Cremes und Co. wandeln Energie der Strahlung in Wärme um. Diese Substanzen können bei empfindlichen Menschen zu Hautreizungen führen. Einzelne zeigten im Tierversuch eine hormonähnliche Wirkung. Der physikalische Schutz funktioniert über Pigmente wie etwa Titandioxid. Sie wehren schädliche Strahlung physikalisch ab, indem sie die Sonne wie winzige Spiegel reflektieren. In zertifizierten Naturkosmetikprodukten sind ausschließlich diese mineralischen Lichtschutzpigmente zugelassen. Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien vertragen sie oft besser. In vielen konventionellen Produkten werden beide Arten von Lichtschutz gleichzeitig eingesetzt.

• Wie lange darf’s sein? Der Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnenschutzmitteln gibt an, wie lang das Sonnenbad sein darf, ohne dass die Haut sich rötet. Der Lichtschutzfaktor multipliziert mit der sogenannten Eigenschutzzeit ergibt die maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne. Wichtig zu wissen: Kinder und sehr hellhäutige Menschen haben nur eine kurze Eigenschutzzeit von fünf bis zehn Minuten. Der Lichtschutzfaktor wird im Labor zudem mit einer dicken Cremeschicht ermittelt, die in der Praxis meist nicht aufgetragen wird. Daher ist es ratsam, die maximale Aufenthaltsdauer nicht voll auszunutzen. Nachcremen ist nach dem Schwimmen sinnvoll, die Schutzzeit lässt sich dadurch nicht verlängern.

• Nano oder Nicht-Nano? Lichtschutzpigmente werden von einigen Herstellern auch in besonders kleiner Form - nämlich in Nanogröße – verwendet. Hier hilft ein Blick aufs Etikett: Der Inhaltsstoff muss in diesem Fall mit dem Zusatz „Nano“ versehen werden. Die Frage, ob diese winzigsten Nano-Pigmentteilchen die gesunde Haut durchdringen können, wurde in Studien mit „Nein“ beantwortet – bei geschädigter Haut besteht jedoch Unklarheit. Im Zweifel sollten Sonnenanbeter nicht zu Produkten mit Nano-Partikeln greifen, wenn ihre Haut geschädigt ist. Naturkosmetikhersteller verzichten in der Regel auf Nano-Pigmente.