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Ausstellung 'Mütter des Grundgesetzes'

Minden -

Im Mai 2019 ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland 70 Jahre alt geworden. Dieses hatte viele – teilweise berühmte - Väter, aber eben auch Mütter, die meist weniger bekannt sind. An diese vier Frauen, die kurz nach dem Ende Zweiten Weltkrieges an der „wichtigsten Grundlage der Demokratie“ mitgewirkt haben, erinnert eine Ausstellung, die jetzt nach Minden kommt. Unter dem Titel „Die Mütter des Grundgesetzes“ werden die vier Politikerinnen Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel vorgestellt. Sie waren 1949 Mitglied im Parlamentarischen Rat, haben damit wesentlich zum Entstehen des Grundgesetzes und vor allem an der verfassungsrechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern (Artikel 3) beigetragen.

Bürgermeister Michael Jäcke wird am Montag, 9. Dezember, um 19 Uhr die Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses (Eingang Kleiner Domhof 17) eröffnen. Diese ist vom Helene Weber Kolleg mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend konzipiert worden. Sie war seit 2018 schon in vielen Städten und Gemeinden zu sehen. In Minden haben sich die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Luisa Arndt, und die Gewerkschaftssekretärin der DGB für die Region Ostwestfalen-Lippe, Sarab Aclan, dafür eingesetzt, dass die Ausstellung nun vom 9. Dezember 2019 bis 9. Januar 2020 im Rathaus zu sehen ist.

Die Ausstellung würdige das politische Engagement, welches die vier politischen Weggefährtinnen in den ersten Jahren der Bundesrepublik gezeigt haben, erläutert Luisa Arndt. „Diese vier Frauen waren mutig, haben sich nicht beirren lassen, haben ihre Positionen und Forderungen auf die Agenda gesetzt und sie auch durchgesetzt“, ergänzt Bürgermeister Michael Jäcke. Dass der Gleichberechtigungsartikel ins Grundgesetz aufgenommen wurde, sei damals keine Selbstverständlichkeit gewesen. Schon bei der Suche nach einer juristisch unanfechtbaren Formulierung des Grundsatzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau sei heftig gestritten worden. Das ist historisch übermittelt.

„Die Mütter des Grundgesetztes“ seien Vorbilder. Sie sollen aber auch dafür stehen, an die Gleichberechtigung an sich zu erinnern und diese aktuell vor Augen zu führen. So bekommen Frauen immer noch rund 21 Prozent Bruttostundenlohn weniger als Männer. Sie sind weiter in Führungspositionen unterrepräsentiert und im Deutschen Bundestag ist ihr Anteil gegenüber der letzten Wahlperiode sogar gesunken. Darauf macht Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey in ihrem Grußwort zur Ausstellung aufmerksam. Mehr Frauen für die Politik zu gewinnen, ihre Einstiegs- und Aufstiegschancen zu verbessern sowie die Kooperation untereinander zu fördern, seien ebenfalls Ziele dieser Ausstellung.

(Text: Stadt Minden)

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