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Corona trifft in Minden-Lübbecke auf nachlassende Konjunktur

Minden-Lübbecke -

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Die Konjunktur der gewerblichen Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke hat weiter nachgelassen und befindet sich an der „Schwelle zwischen befriedigend und ausreichend“. Dies ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), an der sich von Anfang Januar bis Mitte Februar 305 Minden-Lübbecker Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung mit insgesamt rund 24.500 Beschäftigten beteiligten.

Angesichts des Coronavirus einschließlich des damit in Zusammenhang stehenden US-Einreiseverbotes für Europäer seien die abgegebenen Prognosen der antwortenden Unternehmen zumindest teilweise überholt. Auch der Ölpreisrückgang der vergangenen Tage sei in den Umfrageergebnissen nicht berücksichtigt. Das gelte ebenso für das Nachlassen der Börsenkurse. IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting: „Es ist aber wichtig ist zu wissen, auf welchen bereits zuvor angespannten Konjunktur-Ausblick die Corona-Folgen aufsatteln.“ Wichtig sei, mit Vernunft auf das Virus zu reagieren. Es sei eine gesamtstaatliche und internationale Aufgabe, die Ansteckungswelle einzudämmen. Das Schutzschild-Paket der Bundesregierung sei ein wichtiges Signal, das die Unternehmen jetzt brauchen. Eigentlich kerngesunde Unternehmen müssten in dieser Sondersituation mit Liquiditätshilfen zahlungs- und handlungsfähig gehalten werden. Das Paket müsse jedoch um einen staatlichen Notfallfonds für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen ergänzt werden. Die Bürgschaftsbank NRW habe sehr schnell agiert und die Konditionen angepasst. Die Arbeit würde dem Krisen-Modus von 2008/09 (Damalige Finanzkrise als Folge der Immobilienblase) ähneln. In der Bürgschaftsbank bestehe aktuell ein hoher Beratungsbedarf mit zahlreichen Unternehmensanfragen. „Auch bei der IHK ist ein starker Anstieg von Anfragen zu verzeichnen“, so Hunting

Aber auch die Unternehmen würden Verantwortung übernehmen. Jeder Betrieb werde seine Situation und Gefährdungslage individuell bewerten und darauf zugeschnittene Maßnahmen ergreifen. Hierzu gehöre beispielsweise die Mitarbeiterschulung in Hygienefragen, die Arbeit im Home-Office und im Extremfall die zeitweilige Einstellung der Betriebstätigkeit. Hunting: „Gleichzeitig muss intensiv an der Verbesserung unserer Standortfaktoren wie Bürokratie, Steuern, Infrastruktur und Fachkräfte gearbeitet werden, denn es wird auch eine ‚Zeit nach der Corona-Welle‘ kommen.“

Der IHK-Konjunkturklimaindikator für Minden-Lübbecke hat mit 101 Punkten gegenüber der Herbstumfrage 2019 (110) nachgelassen. Die Zukunftserwartungen für die Erträge seien bei der Industrie in ihrer momentanen Höhe knapp negativ. Als Risikofaktoren für die zukünftige Entwicklung sehen die Unternehmen - je nach Branche mit unterschiedlichen Gewichtungen - vor allem die „wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, den „Fachkräftemangel“ und die „Inlandsnachfrage“. Ein positives Umfrageergebnis sei das nach wie vor hohe Niveau der beabsichtigten Investitionen in „Produktinnovationen“ als Investition in die Zukunft. Die Erwartungen der Geschäftslage für die nächsten zwölf Monate seien in der Dienstleistungsbranche deutlich positiv, beim Handel leicht negativ und in der Industrie deutlich negativ. Bei der Beschäftigtenzahl sei in den nächsten zwölf Monaten insgesamt mit einer Abnahme zu rechnen. Es würde aber Teilbranchen und Unternehmen geben, die weiterhin Personal einstellen. Das gelte vor allem für gesuchte Fachkräfte mit bestimmten Berufsqualifikationen.

(Text: IHK, Symbolfoto: Archiv)

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