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25 Jahre Berufsfeuerwehr

Minden -

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Brandeinsatz Gewe, Kutenhauser Straße (2013).

Zwei Großbrände in Gewerbebetrieben, die Evakuierung von mehr als 5.600 Bürgerinnen und Bürger für eine Bombenentschärfung, ein Reizgiftalarm im Obermarktzentrum und ein Kohlenstoffmonoxid-Einsatz in einem Schützenhaus – diese Großereignisse mit mehr als 100 Einsatzkräften und darüber hinaus viele weitere Einsätze hatten Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr allein im Jahr 2014 zu bewältigen.

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Schiffsbrand 2010, Rosemeier-Werft (2010).

Ob es brennt, Personen in einem verunglückten Auto eingeschlossen sind, Bäume bei Stürmen umgeknickt oder Keller nach Unwettern unter Wasser stehen: die Berufsfeuerwehr rückt spätestens 90 Sekunden nach der Alarmierung von der Wache in der Marienstraße mit drei Fahrzeugen aus. Je nach Ereignis machen sich auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr sofort bereit und verstärken die bei der Stadt Minden fest beschäftigten Kameraden. 116 Mitarbeiter/innen – Beamte der Feuerwehr und Angestellte im Rettungsdienst - zählt die Berufsfeuerwehr derzeit. Sie hat ein mit 101 Quadratkilometern Fläche sehr großes Stadtgebiet „zu bespielen“ und wird in den ländlichen Randbereichen gelegentlich auch von freiwilligen Kräften aus Hille, Petershagen, Porta Westfalica und Bückeburg unterstützt.

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Brandeinsatz am Wesertor/Bäckerstraße (Januar 2014).

Die „Schlagkraft und Schnelligkeit“ der Einheiten werde sehr geschätzt – von den Unternehmen in Minden, aber natürlich auch von den Bürgerinnen und Bürgern, weiß Bürgermeister Michael Buhre. Eine gut funktionierende Feuerwehr sei ein wichtiger Wirtschaftsstandortfaktor. Vor allem den chemieverarbeitenden Industriebetrieben, von denen es in Minden einige gibt, aber auch den übrigen Gewerbe-Unternehmen in Minden verschaffe die professionell organisierte Berufsfeuerwehr große Sicherheit und Wertschöpfung, so Klaus-Georg Erzigkeit, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz.

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Reizgasalarm Obermarktzentrum und Sperrung ZOB (November 2014).

So könne in Minden auf Brandmeldealarme in Gewerbebetrieben, Hotels und Restaurants sehr schnell regiert werden und dadurch oftmals größere Schäden durch schnelles Eingreifen verhindert werden. Die Feuerwehr hält ebenfalls Spezialfahrzeuge und Sondertechnik vor, die zum Beispiel bei Gefahrguteinsätzen, Chemieunfällen, als Messwagen oder bei technischen Hilfeleistungen zum Einsatz kommen. Weiter gibt es Ansprechpartner des vorbeugenden Brandschutzes vor Ort, die die Unternehmen beraten. Auch können Aus- und Fortbildungen in diesem Bereich von der Berufsfeuerwehr angeboten werden. Darüber hinaus wirken sich die kurzen „Ausrückzeiten“ auch positiv auf die Beitragshöhen bei den Haftpflicht- und Gebäudeversicherungen der Unternehmen aus, nennt der Leiter der Feuerwehr Minden, Heino Nordmeyer, weitere, feuerwehrrelevante Faktoren für den Wirtschaftsstandort Minden mit seinen rund 3.300 Betrieben.

„Nach spätestens acht Minuten sind wir mit acht Funktionen der Berufsfeuerwehr vor Ort. Nach oft weniger als 13 Minuten ist die Verstärkung der Freiwilligen Wehr mit weiteren acht Funktionen im Einsatz“, fasst Nordmeyer, zusammen. Sie werden von – außer bei überschaubaren Einsätzen – von aktuell 371 Kameradinnen und Kameraden der aktiven Freiwilligen Feuerwehr unterstützt.

Berufsfeuerwehr in Minden seit 25 Jahren

„Die Entscheidung vor 25 Jahren, eine Berufsfeuerwehr einzurichten, war eine sehr gute“, lobt Bürgermeister Buhre, der seit mehr als zehn Jahren im Amt ist. Die Feuerwehr Minden sei in ihrer bestens funktionierenden Zusammenarbeit ein „absolutes Erfolgsmodell“, so Buhre weiter. Die genaue „Geburtsstunde“ der Berufsfeuerwehr ist der 1. Februar 1990. Seither gibt es die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr in Minden – mit einem Leiter. Das Jubiläum bietet den Anlass für einen Rückblick von Wehrleiter Heino Nordmeyer, dem langjährigen Sprecher und Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Norbert Riechmann, und den ersten hauptamtlichen Leiter der Berufsfeuerwehr in Minden, Thomas Schmitt (seit 2001 Wehrleiter in Mannheim).

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Amtseinführung des neuen Wehrleiters (Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr) im Jahr 1990, rechts der junge Brandamtmann Thomas Schmitt, zweiter von links: Stadtbrandmeister Helmuth Schäpsmeyer;

„Eine Änderung im Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz machte es seinerzeit möglich, dass auch Städte unter 100.000 Einwohner/innen eine Berufsfeuerwehr gründen konnten“, erinnert sich Diplom-Ingenieur Thomas Schmitt, der am 1. Februar 1990 erster hauptamtlicher Leiter der neugegründeten Berufsfeuerwehr wurde. Viele kreisangehörige Städte in Nordrhein-Westfalen – vor allem im Ruhrgebiet – machten von der Gelegenheit Gebrauch. Die Kräfte der schon damals hauptamtlichen Wache konnten direkt übernommen werden.

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Ehrentribühne beim Aufmarsch der gesamten Wehr auf dem Marktplatz zur Verabschiedung von Stadtbrandmeister Schäpsmeyer (1990).

Den Anlass, aus einer hauptamtlich besetzten Wache eine Berufsfeuerwehr in Minden zu machen, bot die schwierige Suche nach einem ehramtlichen Nachfolger für Stadtbrandmeister Helmuth Schäpsmeyer. Dieser sah sich und die Feuerwehrkameraden Ende der 1980er Jahre mit immer schwieriger und technisch anspruchsvolleren Aufgaben konfrontiert, so dass die Überlegungen vertieft wurden, auf einen hauptamtlichen Leiter zu setzen. Thomas Schmitt besetzte diese Funktion elf Jahre, auf ihn folgte Jörn Stehr von Anfang 2001 bis Mai 2004, Dirk Schlomann kommissarisch von Juni 2004 bis Dezember 2006 und seit 1. Januar 2007 Heino Nordmeyer. Vier ehrenamtliche Sprecher gab es in den vergangenen 25 Jahren: Egon Pook (von 1990 bis 1999), Wolfgang Brinkmann (von 1999 bis 2007), Norbert Riechmann von 2007 bis 2013 und aktuell Ingo Steinhauer (seit 2013).

Vorteile wurden vor 25 Jahren und werden auch heute noch darin gesehen, dass es – neben der technisch modernen Ausstattung der Berufsfeuerwehr – auch eine Verfügbarkeit rund um die Uhr gibt. „Aufgrund der Größe der Berufsfeuerwehr ist aber eine Freiwillige Feuerwehr für Minden zwingend erforderlich, um Einsätze fristgerecht und mit dem erforderlichen Personal abarbeiten zu können“, so Heino Nordmeyer. „Bei Weitem nicht alle aktiven Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr können jederzeit und sofort ihren Arbeitsplatz verlassen, um zu einem Einsatz zu fahren“, weiß Norbert Riechmann, der 1990 die Funktion des Geschäftsführers und Pressesprechers der Freiwilligen Feuerwehr inne hatte. Auch erschwere die heute von Arbeitgebern oft vorausgesetzte Mobilität von Beschäftigten die Rekrutierung von freiwilligen Feuerwehrkräften. „Wer in Bielefeld oder Hannover arbeitet und in Minden wohnt, kann in der Woche keinen Bereitschaftsdienst machen“, so Riechmann.

Neben modernen Fahrzeugen und Spezialausstattung verfügt die Berufsfeuerwehr über ein modernes Gebäude in einer sehr zentralen Lage. „Das ermöglicht uns nach dem Brandschutzbedarfsplan in acht Minuten zu 80 Prozent alle Punkte im Stadtgebiet zu erreichen“, so Heino Nordmeyer. Das neue Werkstattgebäude von 2003 und die neue Fahrzeughalle mit Wachgebäude von 2004 befinden sich auf dem Grundstück des ehemaligen städtischen Betriebshofes, der 1999 nach Minderheide umgezogen ist. Die eigentliche Feuerwache befindet sich seit mehr als 40 Jahren am Standort zwischen Marienstraße und Kutenhauser Straße.

Dass es immer Bedarf für Modernisierung gibt, zeigt das Projekt „Freiwillige Feuerwehr Minden (2020)“. Damit will die Stadt Minden langfristig die Zukunft einer erfolgreichen, effektiven Arbeit und Hilfe der knapp 400 aktiven, freiwilligen Einsatzkräfte sicherstellen. Ziel ist es auch, trotz Reduzierung von 15 auf neun Standorten, die Eigenständigkeit der Löschgruppen zu erhalten. Bis 2020 sollen fünf Neubauten von Feuerwehrhäusern stehen. Alle anderen sind bis dahin ertüchtigt. 2010 ist die Stadt Minden in das Projekt eingestiegen. (Text & Fotos: Stadt Minden)

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