Als das Mammut zu schwitzen begann
Minden -

Mammut in den Eiszeittundren, Schulbild von 1935.
Mitten in der Steinzeit, vor 12.000 Jahren, unterlagen Natur und Umwelt einer massiven Veränderung: Das Klima erwärmte sich. Unter dem Titel „Als das Mammut zu schwitzen begann …“ zeigt das Mindener Museum, wie sich die Klimaerwärmung auf die Tierwelt und die Menschen auswirkte. Einige Tierarten starben aus; andere wanderten hinzu. Aus Jägern und Sammlern wurden sesshafte Bauern. Die vom Archäologischen Museum Colombischlössle konzipierte Ausstellung wurde erstmals in Freiburg gezeigt und lädt jetzt in Minden zu einer Reise in die Steinzeit ein. Unterstützt wird das Mindener Museum mit Leihgaben des LWL Museums für Archäologie in Herne.
Eindrucksvolle Funde, wie ein Mammutschädel oder ein Rentierbeil entführen die Besucherinnen und Besucher in die Zeit der Eiszeittiere. Waffen aus Feuerstein erzählen von der mühsamen Jagd auf die riesigen Tiere, kunstvoll geschnitzte Anhänger aus Geweih, Tierzähne und schimmernde Perlen lassen das handwerkliche Geschick der Steinzeitmenschen erahnen. Der klang einer Knochenflöte ertönt in den Ausstellungsräumen. Tongefäße, Äxte und uraltes Getreide geben einen Einblick in das dörfliche Leben der Warmzeit.

Mammutschädel
Alle Objekte werden für Kinder gut sichtbar in besonders niedrigen Vitrinen präsentiert. Anfassen und Ausprobieren ist in dieser Ausstellung ausdrücklich erwünscht. An verschiedenen Mit-Mach-Stationen können Kinder und Erwachsene selbst Steinzeit-Techniken ausprobieren. Feuersteinwerkzeuge dürfen ausprobiert werden, steinzeitliche Materialien liegen zum Ertasten und Erraten bereit. Auf einem Mahlstein können Besucherinnen und Besucher Mehl mahlen wie einst in der Steinzeit oder mit einer Handspindel einen Faden aus Wolle spinnen. In der Steinzeit-Galerie können selbst geritzte Felsbilder bestaunt werden.
Ein sechs Quadratmeter großes Playmobil-Modell vermittelt Alt und Jung einen anschaulichen Einblick in das steinzeitliche Leben. In der eiszeitlichen Landschaft liegt noch Schnee. Die Menschen jagen Mammuts und Rentiere und suchen in Höhlen und Zelten Unterschlupf. Auf der anderen Seite des Berges ist bereits die Warmzeit angebrochen. Ein neues Haus entsteht, auf den Feldern und in den Gärten wird gearbeitet. Tiere müssen gefüttert werden.
Das museumspädagogische Begleitprogram umfasst neben Steinzeit-Geburtstagen Familiennachmittage. Jeden zweiten Sonntagnachmittag können Familien eine andere Steinzeittechnik ausprobieren.
Für Kitas und Schulklassen bietet das Museum ebenfalls Führungen und Mit-Mach-Aktionen an: Kita-Gruppen basteln Steinzeittiere, Schulklassen dürfen sich mit selbst angerührter Farbe in der Kunst der Höhlenmalerei versuchen.
Mindener Museum, Ritterstraße 23-33, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021,k.saretzki@minden.de. Anmeldungen unter 0571-9724020 oder museum@minden.de. (Text: Stadt Minden, Foto:© Mindener Museum)


