Online-Magazin für Minden und Umgebung

Auguste-Viktoria-Klinik als Gradmesser

Bad Oeynhausen -

mkk

Foto: MKK (HOPE Programm Stürmann, Gilbert-Stacey, Tacke) v. l.: Holger Stürmann, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Oeynhausen und der Auguste- Viktoria-Klinik, Service-Managerin Serena Gilbert-Stacey aus der englischen Grafschaft Kent und die Pflegedienstleitung der Auguste-Viktoria-Klinik Janin Tacke vor dem Eingang der Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen.

„Fremde Sprachen auf den Gängen der Auguste-Viktoria-Klinik (AVK) sind keine Seltenheit. Ausländische Patienten nutzen gerne die orthopädische Expertise des Bad Oeynhausener Fachkrankenhauses, einer von fünf Standorten der Mühlenkreiskliniken. Perfektes Englisch mit britischem Akzent von einer Mitarbeiterin zu hören, kommt dann aber doch selten vor. Und genau genommen ist Serena Gilbert-Stacey auch nur für ein vierwöchiges Praktikum im Haus. Die Service-Managerin eines Krankenhauses in der Grafschaft Kent südöstlich von London nimmt an einem europäischem Austauschprogramm für Führungskräfte aus allen Klinikbereichen teil. In der Auguste Viktoria Klinik darf sie die Pflegedienstleitung Janin Tacke bei ihrer Arbeit begleiten.

„In England bin ich für die Koordinierung aller Operationen, des OP-Personals und natürlich der Patienten zuständig. Die optimale Abstimmung aller Beteiligten ist meine Aufgabe“, sagt Serena Gilbert-Stacey, die schon nach den ersten Tagen in Bad Oeynhausen die gründliche Planung im Haus bewundert. „Die von Janin Tacke organisierte Logistik ist auf einem sehr hohen Niveau. Da können wir noch einiges dazu lernen“, sagt die 36-Jährige Engländerin.

Ein Vergleich zwischen dem deutschen und englischen Krankenhausalltag offenbart deutliche Unterschiede. Jeder Bürger in Großbritannien ist automatisch krankenversichert, ohne dass eine Abgabe entrichtet werden muss. Die sehr generös anmutende Situation hat jedoch auch Nachteile.

„Patienten warten im Durchschnitt 18 Wochen auf eine Routine-Operation. Das wäre in Deutschland wohl undenkbar“, sagt Gilbert-Stacey. In der Bundesrepublik liegt die Wartezeit bei etwa vier Wochen. „Die Erwartungshaltung in deutschen Krankenhäusern ist höher als in Großbritannien. Daran sollten wir uns messen lassen“, so Gilbert-Stacey weiter.

Das Austauschprogramm mit dem Namen HOPE (European Hospital and Healthcare Foundation) vermittelte über die Deutsche Krankenhausgesellschaft Praktikumsaufenthalte für Klinikpersonal aus Spanien, Polen, Finnland, Österreich, Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden. Am Ende der vier Wochen kommen alle Teilnehmer in Amsterdam zusammen, um über ihre Erfahrungen zu sprechen. „Wir schätzen es sehr, Inspirationen von Krankenhaus-Mitarbeitern anderer Länder zu erhalten und wiederum unser Wissen und unsere Erfahrungen weiterzugeben,“ erklärt die Pflegedienstleiterin Janin Tacke. Auch Holger Stürmann, Geschäftsführer der AVK ist überzeugt von dem Austausch.

Serena Stacey-Gilbert besuchte während ihres Praktikums auch das Johannes Wesling Klinikum in Minden und das Krankenhaus Lübbecke-Rahden: „Es fällt auf, wie höflich das Personal in den Mühlenkreiskliniken mit den Patienten umgeht. Es sind oft die Kleinigkeiten, die den Unterschied für den Patienten machen. Und dabei ist es egal, ob sie in Deutschland oder England sind. Ich werde viele gute Eindrücke aus den Häusern nach England mitnehmen. Das steht fest.“  (Text und Foto: MKK)

Kurznachrichten

Service

Social