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Die Reisekoffer rollen im Kreis fleißig: 1,4 Mio. Übernachtungen

Minden-Lübbecke -

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Wer in den Kreis Minden-Lübbecke kommt und übernachtet, will auf guten Service nicht verzichten. Die NGG Ostwestfalen-Lippe stellt  allerdings fest, dass im Hotel- und  Gaststättengewerbe immer weniger Profis  arbeiten. Dafür aber immer mehr angelernte  Mini-Jobber. Wenn der „Touri-Trend“ im Kreis  Minden-Lübbecke anhalten soll, müsse sich das ändern. Foto: NGG, Alireza Khalili

Der Kreis Minden-Lübbecke liegt im „Touri-Trend“: Vom Hotel über die Pension bis zur
Ferienwohnung – im Kreis Minden-Lübbecke gab es im vergangenen Jahr rund
1.404.100 Übernachtungen. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt blieben
die Gäste 4,5 Tage im Kreis. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit.
Die NGG Ostwestfalen-Lippe beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes
Nordrhein-Westfalen (IT.NRW).

„Vom Reisekoffer der Touristen bis zum Aktenkoffer der Geschäftsleute: Die Menschen
haben den Kreis Minden-Lübbecke auf dem Reise-Ticket. Es kommen reichlich Gäste. Aber
die wollen guten Service. Und genau daran hapert es oft. Die Branche braucht Fachkräfte.
Also Profis, die ihren Job gelernt haben – von der Hotel-Rezeption über die Bar bis zum
Spa. Für das Housekeeping braucht die Branche genauso Know-how wie für die
Haustechnik. Weder ein Hotelfachmann noch eine Restaurantfachfrau lässt sich durch
angelernte Mini-Jobber ersetzen. Genau das versucht die Branche aber gerade“, sagt
Thorsten Kleile von der NGG Ostwestfalen-Lippe.

Während der Corona-Pandemie seien die Beschäftigtenzahlen im Gastgewerbe im Kreis
Minden-Lübbecke deutlich zurückgegangen. Davon habe sich die Branche noch längst
nicht erholt. Im Gegenteil: „Mehr Arbeit wird aktuell von weniger Köchinnen, Kellnern und
Rezeptionistinnen geschultert. Das geht auf Dauer nicht gut“, so NGG-Geschäftsführer
Kleile. Schon jetzt würden kräftig Abstriche im Angebot gemacht: „Dünnere Speisekarten,
weniger Zimmer, dafür mehr Ruhetage – der Personalmangel macht vielen Hotels,
Restaurants und Gaststätten zu schaffen“, so Thorsten Kleile.

Dabei sei das Problem des Fachkräftemangels oft hausgemacht: „Gute Leute bekommt die
Branche nur über gute Löhne. Und genau daran hapert es: Wer in der Gastronomie
arbeitet, hat einfach zu wenig im Portemonnaie. Dabei sind das Kochen und Kellnern echte
Stress-Jobs. Dazu kommen Arbeitszeiten bis spät in die Nacht und viele spontane
Überstunden“, sagt NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile.

Deshalb müsse sich für die rund 5.160 Beschäftigten der Gastro-Branche im Kreis MindenLübbecke beim Lohn dringend etwas ändern. Die NGG Nordrein-Westfalen werde im
Sommer mit den Arbeitgebern vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga
NRW) über einen neuen Tarifvertrag verhandeln. Die Forderung dazu liege bereits auf dem
Tisch: Die NGG will ein Lohn-Plus von 14 Prozent erreichen. Davon sollen auch Azubis
profitieren.

Es sei dringend notwendig, mehr in den Nachwuchs zu investieren, so Thorsten Kleile.
Denn die Abbrecherquote bei Ausbildungen im Hotel- und Gaststättengewerbe in
Nordrhein-Westfalen liege deutlich über dem Durchschnitt anderer Branchen. „Die Gründe
dafür, die Ausbildung an den Nagel zu hängen, sind ganz unterschiedlich: Die Azubis
begreifen schnell, dass sie noch arbeiten müssen, wenn andere längst frei haben. Dazu
kommt, dass das Klima zum Beispiel in den Küchen oft rau ist. Da hilft es auch nicht, wenn
Gäste mit dem Trinkgeld quasi ein Trostpflaster kleben“, sagt Thorsten Kleile.

Quelle: NGG

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