Ehrenring der Stadt für Stichlings-Gründer Birger Hausmann
Minden -

Mit einer Überraschung wartete Bürgermeister Michael Jäcke bei der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Mindener Stichlinge am vergangenen Samstag, 21. Mai, auf: Er überreichte dem Gründer, Mentor, Motor, Ideengeber und Regisseur des ältesten Amateurkabaretts Deutschlands, Birger Hausmann, den Ehrenring der Stadt. Passend zur „Goldenen Hochzeit“, wie das aktuelle Programm der Stichlinge in dieser Saison hieß, steckte Jäcke im Anschluss seiner Laudatio dem Geehrten den goldenen Ring vor rund 250 begeisterten Zuschauern an und fügte erklärend hinzu, dass „Herr Hausmann nun nicht mit der Stadt Minden verheiratet ist“. Nach lang anhaltendem, stehenden Applaus zeigte sich Birger Hausmann gerührt und bezeichnete sich als den „Herrn des Ringes“, der aber eigentlich allen Mitgliedern der großen Stichlingsfamilie zustehe. „Ich bin überwältigt“, so Hausmann, der sich an eine Oscar-Verleihung erinnert fühlte und spontan seiner Mutter und seinem Vater dankte.
„Die Gala heute ist der richtige Rahmen für eine besondere Ehre, die wir dem Mitbegründer der Mindener Stichlinge zukommen lassen möchten“, eröffnete Michael Jäcke seine kurze Rede. Heimlich und nicht öffentlich habe der Rat am 7. März einstimmig beschlossen, „Herrn Birger Hausmann aufgrund seines über Jahrzehnte andauernden Einsatzes für das Ansehen der Stadt Minden auf kulturellem Gebiet mit dem goldenen Ehrenring auszuzeichnen.“ Der Bürgermeister hob hervor, dass diese Auszeichnung bisher nur an ganz wenige Bürgerinnen und Bürger vergeben wurde. Von den insgesamt 26 seit 1963 Geehrten lebten allerdings nur noch fünf, so Jäcke. Das sorgte für einen riesigen Lacher. Aber er schloss sofort die guten Wünsche an, dass „Sie, lieber Herr Hausmann, bei bester Gesundheit hoffentlich noch lange Freude an diesem Ring haben werden“.

Zusammen mit Jost-Ulrich Meyer hob Birger Hausmann, zu der Zeit Jahrespraktikant im städtischen „Haus der Jugend“, am 13. April (dieser Tag war kein Freitag) das Kabarett „Mindener Stichlinge“ aus der Taufe. Es soll Frühlingsstimmung geherrscht haben. Und schon bald erwarb sich die Amateurgruppe einen Namen für bissiges, politisches Kabarett in der Region. Mit wechselndem Programm und wechselndem Team hielt der Mentor und Motivator das Ensemble über 50 Jahre zusammen. Aber nicht nur durch diese Leistung habe Birger Hausmann diese Auszeichnung verdient. Auch die Tatsache, dass er als „Kulturschaffender mit Bekanntheit in ganz Deutschland“ Minden zu einer Kabarett-Hochburg gemacht hat, trug zu der Ehre, den seltenen Ehrenring nach 2005 erneut zu verleihen, bei, fasste Jäcke zusammen. Der Kabarettpreis „Mindener Stichling“, der seit 1994 alle zwei Jahre vergeben wird, die Kabarettreihe im Kulturzentrum BÜZ und die „Kabarett statt Karneval“-Woche im Stadttheater seien allesamt unter maßgeblicher Mitwirkung der Stichlinge entstanden.
Bereits zuvor hatten die ehemalige Bundesjustizministerin und gebürtige Mindenerin, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, und der ebenfalls in Minden geborene Kabarettist Bernd Gieseking, die Leistung und Ausdauer von Stichlings-Gründer Birger Hausmann gewürdigt. Beide waren ebenfalls Ensemble-Mitglieder. Gieseking startete seine Karriere als späterer Profi-Kabarettist und Autor bei den Stichlingen. Rund 75 Akteure haben in den vergangenen 50 Jahren über die große und kleine Politik gestichelt. Die meisten der noch Lebenden waren Gäste der Gala im Vortragssaal der Sparkasse Minden-Lübbecke. Aber auch an die, die im „Kabarett-Himmel“ weilen und zuschauen, wurde gedacht.
Moderiert wurde die Festveranstaltung von der Stichlingspreis-Trägerin Lioba Albus in ihrer Rolle als sauerländische Hausfrau Mia Mittelkötter – mit Glitzerkleid und Handtäschchen. Diese begeisterte mit Geschichten aus dem Ehe-Alltag, merkwürdigen Verhaltensweisen „junger Leute“, mit einem Plädoyer an das Live-Erlebnis Kabarett (Haben Sie schon mal ausgiebig und ganz allein Zuhause gelacht?) und als großer Fan vom Fußballverein Borussia Dortmund, der an diesem Abend das Pokalfinale gegen Bayern München knapp im Elfmeterschießen verlor. Da half auch das Glücks-Shirt, das Lioba Albus unter ihrem Kleid trug und mehrfach präsentierte, nichts.
(Text und Fotos: ©Pressestelle der Stadt Minden)
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