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IHK: Wirtschaftswachstum verlangsamt sich

Minden-Lübbecke -

Die aktuelle Situation der Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke ist gut, die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum.

Die aktuelle Situation der Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke ist gut, die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum. Das geht aus dem neuen Lagebericht der Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) hervor, der an diesem Dienstag, 22. November 2016, veröffentlicht wurde. IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting: „Allerdings ist mit einer Abnahme beim Wachstumstempo zu rechnen. Die Prognoseinstitute haben ihre Erwartungen für das Jahr 2017 zurückgenommen.“ Das liege sicher auch an der nachlassenden Weltkonjunktur, der sich auch die heimische Wirtschaft nicht entziehen könne.

Die Schwäche der Schwellenländer, zunehmender Protektionismus und weitere Entwicklungen im Ausland würden sich im Außenhandel bemerkbar machen. Positiv für das Wirtschaftswachstum hingegen seien beispielsweise die geringe und weiter abnehmende Arbeitslosenquote in Minden-Lübbecke.

Eher ländlich strukturierte Kommunen hatten im ersten Halbjahr 2016 mehr Gewerbeabmeldungen als Anmeldungen oder nur geringfügig mehr An- als Abmeldungen, so die IHK. Die kleineren Städte mit einem tendenziell eher kleinteiligeren Handelsbesatz würden stärker unter dem Online-Handel leiden. Die Digitalisierung treibe den Strukturwandel im Einzelhandel ungebremst voran. Demgegenüber kämen vom stationären Einzelhandel positive Effekte für das Gemeinwohl durch ihre Sachleistungen und ihr finanzielles und ehrenamtliches Engagement. In allen drei genannten Bereichen liegt das Engagement in den Grundzentren leicht über dem in den Ober- und Mittelzentren.

Das Schwerpunktthema des aktuellen Lageberichtes dreht sich um Flüchtlinge. Von wesentlicher Bedeutung für die Integration der in 2015 und 2016 im Kreis angekommenen Flüchtlinge in die Gesellschaft seien neben Sprachkursen die Ausbildung und die Beschäftigung in den Betrieben. Mittlerweile gebe es für Unternehmen viele Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten durch Netzwerke, diverse Aktionen und mit Hilfe von Ansprechpartnern, etwa bei der IHK.

Bisher konnten nur wenige Flüchtlinge im Kreis Minden-Lübbecke in Unternehmen eingestellt werden, insbesondere wegen der Sprachbarrieren. Hunting: „Die Unternehmen sollten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten trotzdem Flüchtlingen zuwenden. Das kann im Idealfall beispielsweise von Betriebsbesichtigungen über Praktika, Einstiegsqualifizierungen, einer dualen Ausbildung bis hin zur Festanstellung reichen.“ Die IHK spricht sich dafür aus, die Flüchtlinge nach Möglichkeit in eine Ausbildung zu bringen. „Das ist nachhaltiger als eine Helfertätigkeit“, so Hunting. 50 Prozent der Geflüchteten seien unter 25 Jahre. Daraus ergebe sich ein großes Potenzial für die duale Ausbildung.

Die steuerlichen Aussichten für die Städte und Gemeinden im Kreis Minden-Lübbecke seien insgesamt und generell nicht schlecht, geht aus dem IHK-Lagebericht hervor. Für die Jahre 2016 bis 2021 werde von den Steuerschätzern durchgehend jedes Jahr ein neuer Rekord der gesamtstaatlichen Steuereinnahmen erwartet. Für die Jahre 2017 bis 2021 werde jährlich auf Bundesebene ein weiterer Gewerbesteuerrekord prognostiziert. Allerdings nähmen im Jahr 2016 gegenüber dem Jahr 2015 die Gewerbesteuereinnahmen um rund 287 Millionen Euro (0,6 Prozent) auf rund 45,45 Milliarden Euro ab. Hunting: „Insgesamt jedoch sollten unsere Kommunen in Minden-Lübbecke zurückhaltend sein und nicht an der Gewerbesteuerschraube drehen.“

(Text und Foto: IHK) 

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