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Jeder fünfte Ausbildungsvertrag 2017 wieder gelöst

OWL -

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Nach einer Auswertung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) wurden 2017 mit 1.958 Ausbildungsverträgen 21,4 Prozent der entsprechenden Kontrakte wieder aufgelöst. Dabei entfalle der größte Anteil mit 12 Prozentpunkten auf das erste Ausbildungsjahr, vor allem auf die Probezeit, die bis zu vier Monate dauern kann.

„Im Vergleich zu vielen Studiengängen liegen die Zahlen der insgesamt gelösten Ausbildungsverträge niedriger, wobei weiterhin das Ziel sein muss, die Zahlen so gering wie möglich zu halten“, appelliert IHK-Geschäftsführer Swen Binner an die Azubis und Ausbildungsbetriebe.

Das Abbruch-Niveau des Vorjahres entspreche ungefähr dem der Jahre 2014 bis 2016, in denen die Quoten zwischen 21 und 22 Prozent lagen. „Vor 2014 waren diese Quoten mit gut 20 Prozent etwas niedriger“, sagt Binner. „Das deutet auch darauf hin, dass die Unternehmen mittlerweile ihre Einstellungshürden deutlich gesenkt haben und auch Bewerbern mit Mängeln in der Ausbildungsreife eine Chance geben, um überhaupt ihre angebotenen Ausbildungsplätze besetzen zu können“.

Seinen Worten nach sei vor allem die Probezeit dafür geeignet, genau zu überprüfen, ob der Auszubildende die richtigen Vorstellungen vom Beruf habe und Betrieb und Azubi zusammenpassten. „Sehr problematisch vor allem für die Betriebe ist der wieder recht hohe Anteil von zirka drei Prozentpunkten - absolut 269 - an Ausbildungsverträgen, die vor Beginn der Ausbildungszeit gelöst werden. Diese Verträge werden in fast allen Fällen von den Auszubildenden nicht angetreten, da sie sich noch vor Beginn der Ausbildung anders entschieden haben. Leider werden immer wieder Betriebe über diesen Wechselwunsch nicht informiert, da es dafür keine Verpflichtung gibt“, erläutert Binner.

Nach der IHK-Auswertung sind die Zahlen der gelösten Ausbildungsverträge wie in den Vorjahren im Bereich des Gastgewerbes mit über 43 Prozent am höchsten, gefolgt vom Bereich Nahrung/Genuss (Fachkräfte für Lebensmitteltechnik) mit 30,7 Prozent sowie der Holzverarbeitung mit 29,3 Prozent. Unterdurchschnittliche Lösungsquoten weisen die Elektrotechnik mit 9,4 Prozent, die Banken mit 13 Prozent sowie der Bereich der Textilverarbeitung mit 14,3 Prozent auf.

„Möglichkeiten, um die Quoten zumindest etwas zu verringern, liegen vor allem in der konsequenten Umsetzung des Übergangsmanagementsystems, in dem Schüler sich schon ab Klasse 8 mit einzelnen Berufsbereichen bewusst befassen können“, so Binner. Hier sei die Region auf einem sehr guten Weg, da das System in den Kreisen und in der Stadt Bielefeld im Rahmen des Ausbildungskonsenses engagiert umgesetzt werde. Weitere Möglichkeiten seien die Angebote der Berufsinformationsbörsen, der Agenturen für Arbeit, Publikationen wie der IHK-Ausbildungsatlas und die IHK-Lehrstellenbörse sowie auch ein gezielt von der IHK umgesetztes Programm „VerA – Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“. Hier kümmerten sich ehrenamtliche Paten gezielt um Ausbildungsverhältnisse, die vom Abbruch bedroht seien. Auch die umfassend und erfolgreich umgesetzten IHK-Projekte „Ausbildungsbotschafter“ und „Kooperation IHK-Schule-Wirtschaft“ sollen die Schülerschaft frühzeitig mit Inhalten und Herausforderungen des Berufslebens vertraut machen.

(Text: IHK, Symbolfoto: Archiv)

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