Kabarettpreis Mindener Stichling
Minden -

Der Kabarett-Förderpreis „Mindener Stichling“ ist am vergangenen Samstag (22. November) zum elften Mal verliehen worden. Die Auszeichnung erhielten aus den Händen von Bürgermeister Michael Buhre die Rheinländerin Anny Hartmann als Solistin sowie „Michael Krebs und die Pommesgabeln des Teufels“ als Gruppe. Beide überzeugten mit Auszügen aus ihrem aktuellen Programm das begeisterte Publikum im nahezu ausverkauften Stadttheater. Auch die Namensgeber für den Preis, die Mindener Stichlinge, gaben eine Kostprobe und machten Appetit auf „Augen zu und durch“, so der Titel ihres Programms 2015, das am 23. Januar startet. Als Moderator führte HG. Butzko durch den kurzweiligen Abend. Der Preisträger des Jahres 2006 glänzte gleichzeitig als bissiger Politik-Kabarettist.
Mit Anny Hartmann erhielt nach zwölf Jahren wieder eine Frau den Solo-Preis, was Bürgermeister Buhre bei der Preisübergabe hervorhob. Hartmann, studierte Volkswirtschaftlerin, konnte mit Wortwitz punkten, nahm gierige Manager und aufs Korn und stellte ihr ganz eigenes Beschäftigungs- und Steuermodell für die Bundesrepublik vor. Ihr aktuelles Programm trägt den Titel „Schwamm drüber? Das (Aller)Letzte zum Schluss“. Mit diesem ist sie am 7. Dezember im Kulturzentrum BÜZ zu Gast. „Mit Anny Hartmann zeichnet die Jury eine Kabarettistin aus, die unbeirrbar ihren Weg geht. Sie fragt: Ist das Politik oder kann das weg?“, so der Auszug aus der von HG. Butzko verlesenen Begründung.

Auch mit dem Preisträger in der Kategorie „Gruppe“ hat die unabhängige Jury wieder einmal ein „gutes Händchen“ beweisen. Michael Krebs und seine Mitstreiter die Pommesgabeln des Teufels, „Matete Rakete“, „Boris the Beast“ und der „Oheim des Todes“, brachten das Publikum mit leisen und lauten Tönen in Fahrt. Der auch als Solokünstler auftretende Krebs bewies, dass politisches Kabarett auch gut mit Heavy Metal zu verbinden ist. Zwischendurch verstreute er „Giftpfeile“ gegen Ja—Sager, Netzabhängige und Kuschel-Pädagogen. Besonders gefragt waren seine Aufkleber mit der Aufschrift „Flüsterfuchs – Nein Danke!“, die er ins Publikum reichte. Michael Krebs und die Pommesgabeln des Teufels sind am 13. Februar 2015 erneut zu Gast in Minden. Für die Vorstellung ab 20 Uhr im Stadttheater gibt es noch Karten.
Knapp drei Stunden unterhaltsames und geistreiches Kabarett konnten die rund 500 Zuschauer und Zuhörer am vergangenen Samstag erleben. Die Gala war gleichzeitig auch ein „runder Geburtstag“: Denn der in der Kabarettszene begehrte Preis ist in diesem Jahr 20 geworden. Eine Torte gab es nicht, dafür aber Nougattaler und Blumen für die Ausgezeichneten.
1994 wurde die Auszeichnung zur Förderung des satirischen beziehungsweise des politisch-literarischen Kabaretts zum ersten Mal in Minden vergeben. Bundesweit bekannte Preisträger sind unter anderem Volker Pispers, Uwe Steimle, Lioba Albus, Luise Kinseher, "Queen Bee" (Duo mit Ina Müller) und das Düsseldorfer Kommödchen. Der von der Stadt Minden getragene und mit jeweils 4000 Euro dotierte Preis wird seit vielen Jahren von der Sparkasse Minden-Lübbecke und der Unternehmensgruppe Melitta gesponsert.
Die Jury, die alle zwei Jahre die beiden Preisträger auswählt, setzt sich aus Kultur-Fachleuten, Journalisten, zwei Mitgliedern der Mindener Stichlinge, der Leiterin des Stadttheaters und dem Leiter des Kulturzentrums BÜZ zusammen.
Hinweis: Der Westdeutsche Rundfunk hat die Kabarett-Gala aufgezeichnet, die am Samstag, 6. Dezember, ab 15.05 Uhr auf WDR 5 gesendet wird. (Text & Fotos: Stadt Minden)


