Online-Magazin für Minden und Umgebung

NABU hat 2017 viel getan und noch eine Menge vor

Minden-Lübbecke -

Ein besonderes Highlight für den NABU Kreisverband Minden-Lübbecke war in 2017 die Förderung des Besucherzentrums Moorhus in Lübbecke-Gehlenbeck durch das Land NRW

Ein besonderes Highlight für den NABU Kreisverband Minden-Lübbecke war in 2017 die Förderung des Besucherzentrums Moorhus in Lübbecke-Gehlenbeck durch das Land NRW als Regionalzentrum im Landesnetzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – Zukunft Lernen NRW“ im Kreis Minden-Lübbecke.

Langfristiges Ziel der Kampagne ist der Aufbau stabiler Strukturen in der Umweltbildung. Damit hat sich auch das Bildungsangebot des Moorhus deutlich erweitert und die Unterstützung der Landeskampagne „Schule der Zukunft“, wie auch Kooperationen mit regional ansässigen Umweltbildungspartnern, sind hinzugekommen. Neben dem ehrenamtlich getragenen Bildungsangebot besteht nun die Möglichkeit, mit hauptamtlichen Kräften das Bildungsangebot zu erweitern. Im Zuge der Nachhaltigkeitskampagne bietet das Moorhus nun auch eine Auswahl von fair gehandelten Produkten wie Schokolade, Riegeln und Kaffee an.

Durch ein weiteres Förderprojekt mit der Stiftung Umwelt und Entwicklung wurde es möglich, einen Moorgarten anzulegen. Durch ihn können Kindern oder auch weniger mobilen Besuchern die wesentlichen Aspekte des Großen Torfmoores direkt am Moorhus selbst nähergebracht werden.

Wie in den Vorjahren hat der NABU im Moorhus Foto- und Bilderausstellungen, Vorträge, Familienfeste und Führungen angeboten. Ein Höhepunkt war der mystische Weihnachtsmarkt am 10. Dezember 2017, der trotz heftigen Schneetreibens von Jung und Alt besucht wurde. Begeistert wurden das bunte Kreativangebot, die winterliche Produktvielfalt der unterschiedlichen Stände sowie die kulinarischen Leckerbissen von den Besuchern angenommen.

Das Angebot von Führungen im Großen Torfmoor wird maßgeblich von den zertifizierten Natur- und Landschaftsführern (ZNL) getragen. 2017 wurden im Moorhus in einem zweiten Kurs in Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie (NUA) Nordrhein-Westfalen weitere ZNLer ausgebildet. Viele Referenten verschiedener Fachgebiete und der Biologischen Station füllten das einwöchige und auf zwei weitere Wochenenden angesetzte Ausbildungsprogramm für 18 neue Natur- und Landschaftsführer, die nun das NABU-Programm mit eigenen Veranstaltungen ergänzen

Das Moorhus ist darüber hinaus Anlaufstelle für viele Anfragen zum Artenschutz oder auch für Anzeigen von Verstößen. Diesen Meldungen versucht der NABU mit ehrenamtlichen Kräften nachzugehen und zu helfen.

Nicht nur die Bildungsarbeit ist ein Schwerpunkt des NABU Minden-Lübbecke. Ein Großteil der ehrenamtlichen Arbeit bezieht sich auf den Arten- und Biotopschutz. So wurden von der RWE 3 Trafostationen übernommen und für Vögel wie Turmfalken, Dohlen, Schwalben und Mauersegler sowie Fledermäuse als Wohnstätte hergerichtet. Die Arbeitsgruppe praktischer Naturschutz, die sich regelmäßig samstags am Moorschutzhof in Nettelstedt trifft, hat sich der Pflege und Pflanzung von Streuobstwiesen, Strauchhecken und Kopfweiden gewidmet. Auch die Betreuung der Großen Torfmoores in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station gehört hier dazu. Kreisweit wurden zehn Schleiereulenkästen angebracht, und mit Kindern wurden im Zuge von Ferienspielen und in Kooperation mit Kindergärten Nistkästen gebaut. Darüber hinaus unterstützte der Kreisverband die Aktion des NABU-Landesverbands zum „schwalbenfreundlichen Haus“ und verteilte weitere der begehrten Plaketten sowie Nisthilfen an Hausbesitzer.

Auf die Betreuung von drei Eulenarten legt der NABU besonderen Wert. So werden die jungen Uhus in den Steinbrüchen am Wiehen- und Wesergebirge regelmäßig beringt, über 100 Nistkästen und -röhren für Schleiereule und Steinkauz kontrolliert, Kästen ergänzt und auch hier die Jungvögel beringt. Damit ist der NABU in der Lage, über viele Jahre Bestandsentwicklungen zu beurteilen. Diese Ergebnisse werden 2018 in einer Eulenausstellung im Moorhus präsentiert.

In Zusammenarbeit mit dem Aktionskomitee betreut der NABU die Weißstorchhorste im Westkreis. Zum Arbeitsfeld des Artenschutzes gehört auch die Unterstützung des Unkenprojektes in Porta Westfalica und Bad Oeynhausen, in dessen Zusammenhang auf einer NABU eigenen Fläche am NSG Fuchsloch ein Gewässer offengelegt wurde, zu dessen Einweihung sogar die Umweltministerin Henrichs begrüßt werden konnte.

Vom Fledermausschutz gab es ebenfalls gute Nachrichten. So wurde im Juni 2107 in Lübbecke eine Ausflugszählung durchgeführt. Hier konnten 386 Große Mausohren erfasst werden, die abends ihr Quartier in der Innenstadt verließen. Darüber hinaus wurden auch in der Rahdener Kirche wieder über 30 Tiere angetroffen. Anfang März wurden darüber hinaus wieder einige der bekannten Winterquartiere im Wiehen- und Wesergebirge auf ihre Fledermausbestände hin kontrolliert. Auch hier scheinen die Bestände stabil. Auf großes Interesse stieß die alljährliche Fledermausexkursion, die dieses Jahr im Sielpark in Bad Oeynhausen stattfand. Großes und kleine Fledermausfreunde waren begeistert von den quirligen Flugkünstlern, die sich ideal beobachten ließen.

Große Freude löste im November 2017 ein Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Detmold aus. Mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalens und eines privaten Sponsors kann damit der NABU erneut eine 2,5 Hektar große Fläche für den Artenschutz in Espelkamp-Frotheim erwerben.

Gemeinsam mit dem BUND Minden-Lübbecke und der AG Natur aus Bad Oeynhausen führte der NABU Minden-Lübbecke eine Kampagne gegen den Vogelschlag an Glasfronten durch. Hierbei wurde die Öffentlichkeit über effektive Vermeidungsmaßnahmen an Fenstern informiert und Projektleiterin Dr. Judith Förster referierte zum Thema in der Fachhochschule in Minden.

In zahlreichen Gremien wie dem Naturschutzbeirat, den Begleitarbeitskreisen der Landschaftspläne, des Maßnahmenplan Weseraue, dem Fachbeirat bei der Biologischen Station, einem Arbeitskreis mit Kreis und Landwirtschaft und vielen anderen Fachgesprächen entsendet der NABU Ehrenamtliche. Allein 73 Stellungnahmen wurden vom NABU im Zusammenhang mit großen Planverfahren abgegeben, Verfahren zu denen meist mehrere Aktenordner durchgearbeitet werden müssen.

Ein neuer Schwerpunkt, der sich aus dem sich zuspitzenden Problem des Insektensterbens ergibt, liegt darin, einen ökologischeren Umgang mit Straßen und Wegerändern zu initiieren. Dazu wurde ein Positionspapier entwickelt und zu einem runden Tisch mit vielen Akteuren im Januar 2018 eingeladen.

Sowohl der Internetauftritt des NABU als auch des Moorhus wurden überarbeitet. Noch laufen weitere Ergänzungen, aber Interessierte können sich hier bereits weitgehend informieren. Für 2018 hofft der NABU Minden Lübbecke, noch mehr Mitglieder für eine Mitarbeit zu gewinnen, die Probleme werden nicht weniger, sondern eher mehr. Gemeinsam mehr für den Naturschutz im Kreis Minden-Lübbecke zu erreichen, bleibt das Ziel der kommenden Jahre.

Infos zur Arbeit des NABU Minden-Lübbecke finden sich unter www.nabu-minden-luebbecke.de. Das Veranstaltungsprogramm und Angebot des NABU Besucherzentrum Moorhus können unter www.moorhus.eu eingesehen werden. Im Januar ist das Moorhus wieder samstags von 14-17 Uhr und sonntags von 11-17 Uhr geöffnet. 

(Text: NABU Kreisverband Minden-Lübbecke / Fotos: Sandra Meier, Julia Kreimeier, NABU Minden-Lübbecke)

Das ist auch interessant:

Norovirusverdacht im Johannes Wesling Klinikum

Radfahrer flüchtet nach Unfall zu Fuß von der Unfallstelle

Mehr Eheschließungen aber weniger Babys in Minden

Zigarettenautomat mit Silvesterböllern gesprengt