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Städtetagsausschuss zu Gast in Minden

Minden -

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Nach „einer gefühlten Ewigkeit“ war der Schul- und Bildungsausschuss des Städtetages Nordrhein-Westfalen mal wieder zu Gast in Minden. Nicht nur die herbstlich-winterliche Landschaft Ostwestfalens, die sich an diesem Tag sehr sonnig präsentierte, sondern auch das modernisierte und erweiterte Ratsgymnasium beeindruckte die städtischen Bildungsexpertinnen und – experten, die schwerpunktmäßig aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet angereist waren. In einer Schule tagt der Ausschuss selten, der sich zwei Mal pro Jahr trifft, und große Smartboards kommen während einer Sitzung sonst auch nicht zum Einsatz.

Bürgermeister Michael Jäcke begrüßte die Gruppe am Mittwoch, 9. November, im neuen Anbau des Gymnasiums. Er stellte die Mindener Schullandschaft vor, ging kurz auf die Schulentwicklungsplanung ein und stellte das „Erfolgsmodell Offener Ganztag“ an den Mindener Grundschulen vor. Mittlerweile nutzten 75 Prozent der Grundschüler*innen das Angebot, was eine sehr hohe Quote sei, so Jäcke. Das „Rats“ sei das erste Gymnasium in Minden mit einem gebundenen Ganztags-Angebot gewesen. Zum Abschluss seiner einleitenden Worte dankte Jäcke dem stellvertretenden Schulleiter Michael Conrads für die perfekte Organisation.

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe empfingen die Gäste freundlich auf dem nahegelegenen Parkplatz oder am Eingang und begleiteten sie zum Medienraum, sorgten für Nachschub bei Getränken und Keksen und führten zum Abschluss der Sitzung die Gremiumsmitglieder - mit der Vorsitzenden Dr. Christiane Zangs aus Neuss an der Spitze - durch „ihr“ Gymnasium. „Das kam sehr gut an“, lobte die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit, Regina-Dolores Stieler-Hinz, die den Ausschuss nach Minden eingeladen hat. Vor allem die modernen Räumlichkeiten in vier unterschiedlich alten Trakten, das pädagogische Konzept und die neue Mensa mit den aufgearbeiteten alten Stühlen – ein gemeinsames Projekt mit dem Stuhlmuseum Eimbeckhausen bei Hameln - sorgten für Begeisterung.

Der Führung ging eine rund dreistündige Sitzung voraus, in der es drei beherrschende Themen gab: Zum einen die Schulentwicklungsplanung, die sich im Wandel befindet. „Das ist eine große Herausforderung für alle. Noch vor zwei Jahren wurden Klassen abgebaut, Schulen geschlossen oder zusammengelegt. Jetzt sind durch Demografie und Zuwanderung die Kapazitäten weitgehend erschöpft und es muss wieder gebaut werden“, fasst Stieler-Hinz die aktuelle Situation zusammen.

Das zweite große Thema war G8/G9. Ob das Abitur nach acht Jahren ab der 5. Klasse oder erst nach neun Jahren gemacht wird, steht in der Landespolitik weiter zur Diskussion. „Klarheit wird es hier wohl frühestens nach der nächsten Landtagswahl geben“, so die Mindener Beigeordnete. Die Mitglieder des Städtetags-Fachausschusses fordern hier eine klare Vorgabe, die bindend und nachhaltig für alle Städte ist. „Sonst kann man überhaupt nicht mehr sicher planen. Für G9 werden mehr Räume und mehr Lehrer*innen gebraucht“, macht Stieler-Hinz deutlich.

Länger wurde auch über das Programm „Gute Schule 2020“ gesprochen, welches grundsätzlich begrüßt wird. Vier Jahre gibt es zusätzliches Geld vom Land für Maßnahmen im Bildungsbereich. Das erste ist Jahr ist fast herum. „Keiner weiß bis jetzt genau, was konkret gefördert wird“, merkt Stieler-Hinz an. Eine Handreichung soll es nun Anfang Dezember geben. Und danach heißt es für die Städte „Schnell in die Puschen kommen“.

(Text und Foto: Stadt Minden)

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