Virtuoses Klavierspiel und seltene Heiterkeit
Bad Oeynhausen -

Geleitet wird das Sinfoniekonzert von Jonathan Bloxham. Foto: Kaupo Kikkas
Ihr viertes Sinfoniekonzert der Saison bestreitet die Nordwestdeutsche Philharmonie (NWD) mit Werken zweier Nationalhelden der klassischen Musik. So stehen Ludwig van Beethovens „Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73“ und die „Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52“ des Finnen Jean Sibelius auf dem Programm. Das Konzert am Sonntag, 23. März, um 17 Uhr im Theater im Park wird geleitet von Jonathan Bloxham, als Solist am Klavier tritt Martin James Bartlett auf. Bereits um 16 Uhr findet für Interessierte eine Konzerteinführung statt.
Beethovens fünftes Klavierkonzert, 1811 in Wien uraufgeführt, markierte seinerzeit den vorläufigen Höhepunkt der Gattung. Es entstand in der produktivsten Phase des Komponisten und ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg hin zum sinfonischen Konzert. Nicht mehr das Soloinstrument allein sollte jetzt das musikalische Treiben bestimmen; angestrebt wurde ein gleichberechtigter Dialog zwischen Klavier und Orchester. Trotzdem ist der Solopart hochvirtuos angelegt, ohne dass es hier zu einer reinen Zurschaustellung pianistischer Fähigkeiten kommt.
Die Sinfonie Nr. 3 von Jean Sibelius ist ein seltener Gast in Sinfoniekonzerten. Das ist insofern verwunderlich, da sie von geradezu klassizistischer Übersichtlichkeit gekennzeichnet ist. Der Verzicht auf das bei dem finnischen Komponisten oftmals auftretende „mystische Dunkel“ führt zu einem geradezu heiter-gelassenen Werk. Alles wirkt geordnet und formal streng organisiert. Kein Wuchern der Gedanken, dafür klassische Dreisätzigkeit – ein anderer Sibelius tritt vor uns.
Der britische Pianist Martin James Bartletts, Jahrgang 1996, hatte seinen ersten öffentlichen Erfolg 2014 als Gewinner des BBC-Wettbewerbs „Young Musician of the Year“. Zwei Jahre später trat er beim Thanksgiving-Gottesdienst zum 90. Geburtstag der englischen Königin in der St. Paul's Cathedral auf, der live von der BBC übertragen wurde. Zu den jüngsten Höhepunkten seiner Karriere zählen Konzerte in der Elbphilharmonie, im Wiener Konzerthaus und im Muziekcentrum De Bijloke Gent.
Der ebenfalls aus England stammende Dirigent Jonathan Bloxham ist seit September vergangenen Jahres Chefdirigent der NWD. Zuvor war er Musikdirektor beim Luzerner Theater und Resident Conductor und künstlerischer Berater der London Mozart Players. Der Mittdreißiger hat mit renommierten Klangkörpern wie dem London Philharmonic Orchestra, Tokyo Symphony, NDR Elbphilharmonie Orchester, der Deutschen Kammerphilharmonie, dem Bonner Beethoven Orchester und dem Mozarteumorchester Salzburg zusammengearbeitet.
Die Tickets können online gebucht werden unter staatsbad-oeynhausen.de oder sind in der Tourist Information (Tel. 05731/1300, geöffnet montags bis freitags von 9 - 17 Uhr, samstags von 10 - 15 Uhr und sonntags von 13 – 17 Uhr) sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse ist ab einer Stunde vor Veranstaltungsbeginn geöffnet. Weitere Informationen finden sich unter www.staatsbad-oeynhausen.de.


