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25 Jahre Gleichstellungsstelle des Kreises Minden-Lübbecke

Minden -

25 Jahre Gleichstellungsstelle des Kreises Minden-Lübbecke

Foto: (v.l.) Klaus Marschall, Kirstin Korte, Christel Ewert, Anke Thienelt, Elke Schmidt-Sawatzki, Renate Golcher, Birgit Härtel, Andreas Haase, Andrea Strulik, Kreisdirektorin Cornelia Schöder (©Mirjana Lenz/Kreis Minden-Lübbecke)

Am 1. Oktober 1992 hat der Kreis Minden-Lübbecke erstmalig seine eigene Gleichstellungsstelle mit einer Leiterin besetzt. Die Gleichstellungsbeauftragte Andrea Strulik ist seitdem in dieser Funktion für den Kreis Minden-Lübbecke tätig. 1987 bis Ende 1991 war die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Minden auch für den Kreis zuständig. Anlässlich des 25jährigen Jubiläums fand kürzlich in den Räumen des Prinz Friedrich/Club 74 eine Veranstaltung statt, an der zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Einrichtungen des Kreises Minden-Lübbecke teilgenommen haben.

Die stellvertretende Landrätin Kirstin Korte wies in ihrer Begrüßung auf bisherige Erfolge in der Kreis-Gleichstellungsarbeit hin. So betrug der Frauenanteil an Führungspositionen in der Kreisverwaltung 1996 15 Prozent, während er heute bei 43 Prozent liegt. Auch lobte sie die gute Infrastruktur für Frauen im Kreisgebiet. Der Mühlenkreis verfügt über zwei Frauenhäuser, zwei Frauenberatungsstellen und eine Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch. Die PRIO-Vernetzung gegen häusliche Gewalt arbeitet seit 18 Jahren erfolgreich unter der Koordination der Kreis-Gleichstellungsbeauftragten zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten.

Andrea Strulik betonte in ihrem Wortbeitrag, dass der interne Aufgabenbereich nach wie vor den Schwerpunkt der Gleichstellungsarbeit darstellt. Weitere Themen, die aufgegriffen wurden, sind neben der häuslichen Gewalt insbesondere Frauen im Erwerbsleben, Frauen im ÖPNV und Frauen in der Politik. In den letzten zehn Jahren sind in Zusammenarbeit mit Klaus Marschall aus dem Sozialamt häusliche Gewalt in der Pflege, geschlechtergerechte Pflege, Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie häusliche Gewalt bei Menschen mit Behinderungen aufgegriffen worden. Insgesamt verschiebt sich der Focus der Arbeit immer weiter vom reinen Blick auf die Frauen in Richtung Geschlechtergerechtigkeit. Dies bedeutet, dass sich immer mehr Männer in der Gleichstellungsarbeit engagieren und auch häufiger als Zielgruppe der Arbeit gesehen werden. Andrea Strulik dankte allen, die sie in der Gleichstellungsarbeit so viele Jahre tatkräftig unterstützt haben.

Unter Moderation von Andreas Haase, Detmold, folgte eine Podiumsdiskussion mit Renate Golcher, Birgit Härtel, Klaus Marschall, Elke Schmidt-Sawatzki und Cornelia Schöder. Alle haben aus unterschiedlicher Perspektive heraus die Gleichstellungsarbeit in den letzten Jahren begleitet. Die bisherigen Erfolge der gemeinsam geleisteten Arbeit wurden gewürdigt, auf bestehende Herausforderungen wurde gleichzeitig verwiesen. Einigkeit bestand darüber, dass Gleichstellungsarbeit ein wichtiges Thema und für die Weiterentwicklung ein gesamtgesellschaftlicher Prozess notwendig ist.

Christel Ewert aus Ronnenberg hielt abschließend einen Vortrag über die Zukunft der Gleichstellungsarbeit. Sie verwies insbesondere auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung der Gesellschaft und stellte die wichtige Rolle von Frauen- und Gleichstellungsarbeit bei dieser Entwicklung heraus.

(Text: Kreis Minden-Lübbecke)

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