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Ausbildungsverträge in 2017 erstmals mit leichtem Plus

Ostwestfalen -

Ausbildungsverträge in 2017 erstmals mit leichtem Plus

Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) liegt die Zahl der neu eingetragenen IHK-Ausbildungsverträge Anfang Oktober erstmals im Vorjahresvergleich leicht im Plus. Aktuell sind bei der IHK mit 7.521 neuen Ausbildungsverträgen 0,8 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt eingetragen (7.462). Im gewerblich-technischen Bereich verzeichnet die IHK mit 7,3 Prozent ein deutliches Plus (absolut 2.794, Vorjahr 2.605). Dagegen liegen die kaufmännischen Ausbildungsberufe mit 2,7 Prozent im Minus (4.727, Vorjahr 4.857).

Bei den technischen Berufen verzeichnet die IHK die größten Zuwächse vor allem konjunkturbedingt bei den Bauberufen mit einem Plus von 37,2 Prozent (absolut 129) sowie bei den naturwissenschaftlichen Berufen (+ 23,1 Prozent, absolut 165). Im kaufmännischen Bereich sind zum Teil starke Rückgänge wie beispielsweise strukturbedingt bei den Bankkaufleuten mit einem Minus von 18,0 Prozent (auf absolut 191) sowie den IT-System-Kaufleuten (- 14,3 Prozent, absolut 48) zu verzeichnen. „Nach einer unterdurchschnittlichen Entwicklung in den letzten Jahren liegt bei einer Regionalbetrachtung die Stadt Bielefeld in diesem Jahr mit einem Plus von 3,6 Prozent auf absolut 1.454 vorn, gefolgt vom Kreis Minden-Lübbecke mit einem Plus von 3,1 Prozent auf absolut 1.374. Lediglich der Kreis Paderborn verzeichnet mit - 3,8 Prozent ( 1.317 ) einen Rückgang“, kennzeichnet IHK-Geschäftsführer Swen Binner die regionale Entwicklung. Die Kreise Gütersloh, Herford und Höxter liegen danach bei einem Plus von knapp einem Prozent.

„Nach den zuletzt von der Agentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen Anfang September sehen wir in Ostwestfalen insgesamt ein deutliches Plus bei den noch unbesetzten Ausbildungsstellen von 11,9 Prozent, absolut 2.292. Die Zahl der unvermittelten Bewerber lag zu dem Zeitpunkt bei 2.637, was einem Minus von 8,4 Prozent entspricht. Daraus ist zu schlussfolgern, dass sich die Schere auf dem Ausbildungsmarkt auch auf Grundlage der Statistiken der Agenturen für Arbeit weiter schließt. Darin ist auch eine Erklärung für die in den letzten Wochen anziehende Entwicklung bei den neu eingetragenen Ausbildungsverträgen zu sehen, da in dem Zeitraum mehr offene Ausbildungsplätze als im Vorjahreszeitraum besetzt werden konnten“, so der IHK-Geschäftsführer.

Insgesamt sieht Binner die Notwendigkeit, für die Kreise die Strategien auf dem Ausbildungsmarkt zu differenzieren. Während die Kreise Gütersloh, Minden-Lübbecke und Paderborn immer mehr davon geprägt sind, den Unternehmen bei der Besetzung offener Ausbildungsstellen zu helfen, gibt es im Kreis Herford und in der Stadt Bielefeld noch ein Unterangebot an Ausbildungsplätzen. Auch hier meldeten die Unternehmen sinkende Bewerberzahlen, da sich der Drang Richtung Studium verstärke. „Allerdings müssen die Partner des Ausbildungskonsenses gemeinsam mit den regionalverantwortlichen Gebietskörperschaften in Bielefeld und im Kreis Herford einen stärkeren Schwerpunkt in der Ausbildungsstellenakquisition setzen“, fordert Binner. Auch über eine Mobilitätsförderung für Auszubildende werde in Kürze mit der Landesregierung gesprochen.

(Text: IHK | Symbolfoto: Archiv)

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