Ehrenamtliche 'Sprachmittler' leisten wichtige Hilfe
Bad Oeynhausen -

Foto: Hinten links nach rechts: Ahmed Almafrachi, Abdo Abdo, Alias Badel, Kassem Khalil, Rami Awad. Vorne links nach rechts: Lena Timmerberg (Sozialarbeiterin) , Katja Gronemeier (Sozialarbeiterin), Nayla Khajik, Suoma Taheri, Sami Awad
Einige wollen etwas zurückgeben. Andere wollen die Hilfe leisten, die sie selbst vermisst haben, als sie nach Deutschland gekommen sind und setzten sich deshalb als Sprachmittler oder Sprachmittlerin ein. Auch für das Team Asyl der Stadt Bad Oeynhausen sind derzeit 10 Menschen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Eritrea, Russland und Ägypten als Ehrenamtliche Sprachmittler tätig. Nayla Khajik erinnert sich noch gut wie es war, als sie nach Deutschland gekommen ist: „Als wir vor 20 Jahren nach Deutschland geflohen sind, hatten wir keinen Sprachmittler, der uns geholfen hat. Ich weiß also genau wie es ist, sich in einem fremden Land nicht verständigen zu können. Wenn jemand jetzt in dieser Situation, die ich selbst erlebt habe, nach Hilfe fragt, helfe ich. Und das macht mir viel Spaß. Dadurch habe ich auch schon viele Freundschaften geschlossen.“
Hilfe bei alltäglichen Dingen
In den vergangenen zweieinhalb Jahren sind rund 900 Flüchtlinge nach Bad Oeynhausen gekommen. „Ohne die Hilfe der Sprachmittler hätte sich unsere Arbeit deutlich erschwert“, sagt Lena Timmerberg, die als Sozialarbeiterin zum Team Asyl bei der Stadtverwaltung gehört. Der Einsatz der Ehrenamtlichen in diesem Bereich ist vielfältig: Bei der Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften, Kindergarten- und Schulanmeldungen, Arztbesuche, Behördenanträge und -gänge, Wohnungsbesichtigungen, Umzüge - bei all diesen Aufgaben sind Sprachmittler und Sprachmittlerinnen unabdingbar.
Für Abdo Abdo, der im Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland geflohen ist, war es selbstverständlich zu helfen: „Ich bin sehr froh, dass ich nicht von der Hilfe eines Sprachmittlers abhängig war, weil ich mich in der ersten Zeit in Deutschland mit Englisch fast überall verständigen konnte. Viele andere hatten dieses Glück nicht. Ich wollte diesen Personen helfen und auch den Personen der Flüchtlingshilfe, darum bot ich mich als Sprachmittler an.“
Am Anfang wurde viel auf Englisch übersetzt. Als dann ein Deutschkurs besucht werden konnte, wurde auch bei der ehrenamtlichen Tätigkeit auf Deutsch übersetzt.
Sami Awad, der seit Ende 2015 in Deutschland lebt, hat durch das Ehrenamt nicht nur sein Deutsch verbessert „Ich habe auch das System in Deutschland besser verstanden. Außerdem konnte ich viele verschiedene Menschen kennen lernen. Das war für mich sehr wichtig, um mich in Deutschland integrieren zu können. Durch einen Übersetzungstermin in einer Firma für Drucktechnik habe ich sogar die Möglichkeit bekommen ein Praktikum zu machen. Dort mache ich jetzt eine Ausbildung.“
Die Ehrenamtlichen dienen auch als Vorbild. Sie leben vor, wie viel einfacher sich das Leben in einem fremden Land gestaltet, wenn man die Sprache erlernt. Und vor allem, dass es möglich ist anzukommen.
(Text und Foto: Stadt Bad Oeynhausen)
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