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Erste Stiftungsprofessur

Minden -

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In regelmäßigen Abständen begutachten Professor Dr. Ralf Gutzmer, Klinikdirektor der Dermatologie, und Stiftungsprofessorin Dr. Katrin Schaper- Gerhardt gemeinsam die Ergebnisse und tauschen sich über das weitere Vorgehen der Forschungsarbeiten aus.

Unternehmer Paul Gauselmann finanziert die erste Stiftungsprofessur am Medizin Campus OWL. Mit insgesamt 1,5 Millionen Euro sichert er für fünf Jahre die Professur für „Experimentelle Dermatologie und molekulare und immunologische translationale Forschung“. Durch die großzügige Spende werden auch die Einstellung von zusätzlichem Personal und die Finanzierung von Sachmittel für die Forschungsprojekte ermöglicht. Die Forschungsprofessur der Ruhr Universität Bochum wird am Johannes Wesling Klinikum Minden angesiedelt sein. „Meine Region, meine Heimat und alle Menschen, die im Mühlenkreis leben, liegen mir am Herzen. Ich möchte mit dieser Stiftungsprofessur gerne etwas zurückgeben“, sagt Paul Gauselmann.  

Landrat Ali Doğan erinnert an die zahlreichen Spenden, die Paul Gauselmann in den vergangenen Jahren getätigt hat: „Herr Gauselmann unterstützt die Mühlenkreiskliniken und den Aufbau der universitären Lehre und Forschung seit vielen Jahren immer wieder, zum Beispiel beim Bau dieses Hörsaalgebäudes, der Finanzierung des ersten Da-Vinci-OP-Roboters in Lübbecke oder dem Bau der Klinikkappelle hier im JWK. Herr Gauselmann ist damit ein Vorbild. Er nutzt sein privates Vermögen und seinen Einfluss immer wieder, um die Region nachhaltig mit großen Summen zu stärken. Herr Gauselmann: Ich habe Sie als einen Unternehmer mit einem riesigen Herz für Menschen und für unsere Region erlebt. Deutschland braucht mehr Menschen wie Sie“, so der Landrat.    

Auf die Forschungsprofessur berufen wurde die renommierte Wissenschaftlerin Univ.-Prof. Dr. Katrin Schaper-Gerhardt, die seit dem Jahr 2021 das dermatologische Forschungslabor am Johannes Wesling Klinikum aufgebaut hat.

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Nach ihrem Studium der Tiermedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover promovierte sie mit „summa cum laude“ über entzündliche Hauterkrankungen. Ihre wissenschaftliche Laufbahn führte sie über mehrere Stationen in der experimentellen Dermatologie, unter anderem an der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie als Postdoktorandin forschte. Seit 2021 leitet sie die dermatologische Forschungsgruppe am JWK Minden.

Paul Gauselmann, ein langjähriger Förderer regionaler Wissenschafts- und Gesundheitsinitiativen, leistet mit seinem Engagement einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung des Hochschulstandorts OWL. „Seine Unterstützung hilft, hochqualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten und die medizinische Forschung voranzutreiben. Die neue Professur verbindet innovative Forschung mit praxisnaher Lehre und trägt dazu bei, die Patientenversorgung – insbesondere in der Krebstherapie – auf höchstem Niveau sicherzustellen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken Dr. Olaf Bornemeier bei der öffentlichen Vorstellung der Stiftungsprofessur.

Mit der Stiftungsprofessur wird der Ausbau universitärer Strukturen weiter vorangetrieben, was für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Mühlenkreiskliniken von großer Bedeutung ist. Univ.-Prof. Dr. Ralf Gutzmer, Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie, und Professor Dr. Rudolf Stadler, Initiator der Stiftungsprofessur, weisen auf die Vorteile hin: „Die Einbindung universitärer Forschung stärkt nicht nur die Attraktivität der Klinik für junge Ärztinnen und Ärzte, sondern bietet auch erfahrenen Medizinerinnen und Medizinern  erweiterte Karriereperspektiven, etwa durch die Möglichkeit zur eigenen Forschung, Promotion oder Habilitation. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte immer schwieriger wird, stellt die universitäre Weiterentwicklung einen essenziellen Standortvorteil dar.“

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Univ.-Prof. Dr. Katrin Schaper-Gerhardt möchte mit ihrer Arbeit im Bereich der onkologischen Erkrankungen dem Körper helfen, sich selbst zu helfen.

Neben der Förderung medizinischer Karrieren steht auch die Optimierung der Patientenversorgung im Fokus. Durch die enge Verzahnung von Forschung und Klinik können innovative diagnostische und therapeutische Ansätze schneller entwickelt und in die klinische Anwendung überführt werden. Dies trägt dazu bei, die regionale Bevölkerung bestmöglich zu versorgen und den Standort Minden auch überregional als Zentrum für Spitzenmedizin zu etablieren.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Professur ist die Integration von Lehre und Forschung. Die Betreuung von Promotionsarbeiten sowie die Durchführung wissenschaftlicher Projekte gehören ebenso zum Aufgabenbereich wie die Einwerbung von Drittmitteln zur langfristigen Finanzierung der Forschungsaktivitäten. Da die Mittel des Landes für universitäre Forschung nicht ausreichen, ist die Akquise von Fördergeldern essenziell für den Ausbau der wissenschaftlichen Infrastruktur.

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Dr. Katrin Schaper-Gerhardt übernimmt die neu geschaffene W2-Stiftungsprofessur für „Experimentelle Dermatologie und molekulare und immunologische translationale Forschung“ am Johannes Wesling Klinikum Minden. Die renommierte Wissenschaftlerin verfügt über umfassende Erfahrung in der translationalen Forschung und hat maßgeblich zum Aufbau des dermatologischen Forschungslabors in Minden beigetragen.

In den kommenden Jahren sollen gezielt Behandlungszentren, wie das „Cancer Center Minden“, weiterentwickelt werden, um onkologische Patienten auf höchstem Niveau zu therapieren. „Aus ganz Deutschland kommen Patientinnen und Patienten mit Hautkrebs nach Minden, um von unseren Erfahrungen im Bereich personalisierten Therapie zu profitieren. Und genau hier setzt der Forschungsansatz von Univ.-Prof. Dr. Katrin Schaper-Gerhardt an. Mit ihrem Team untersucht sie unter anderem Biomarker, die bereits vor Therapiebeginn Hinweise darauf geben sollen, welche Behandlung bei welchem Patienten wirksam ist – und welche nicht. In den letzten Jahren haben neue Medikamente die Krebstherapie revolutioniert. Dank großer Forschungsanstrengungen stehen uns heute modernste Behandlungsansätze zur Verfügung, durch die bestimmte dermatologische Krebserkrankungen erfolgreich therapiert werden können – Erkrankungen, die noch vor 10 Jahren kaum Überlebenschancen boten. Doch nicht jeder Patient spricht gleichermaßen auf diese Therapien an, die zudem mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein können. Umso wichtiger ist es, bereits vor Beginn der Behandlung vorherzusagen, welche Patienten am meisten profitieren und welche Alternativen benötigen, um eine maßgeschneiderte und wirksamere Therapie zu ermöglichen“ erklärt Klinikdirektor Univ.-Prof. Ralf Gutzmer, in dessen Bereich die neue W2-Professur zugeordnet ist. Professor Dr. Rudolf Stadler ergänzt: „Auch wenn Univ.-Prof. Dr. Katrin Schaper-Gerhardt in ihrer Arbeit nur wenig direkten Patientenkontakt hat, führt ihre klinische und experimentelle Forschung zu einer besseren Versorgung der Bevölkerung.“

Und davon profitiert nicht nur die Dermatologie. Es gibt enge Kooperationen mit den Kliniken für Anästhesie, Rheumatologie und Onkologie, die von den neuen Laborressourcen profitieren.

Die neue Stiftungsprofessur schafft nicht nur Synergien innerhalb der MKK, sondern steigert auch die Sichtbarkeit der Mindener Kliniken innerhalb der Ruhr-Universität Bochum. Dies eröffnet zusätzliche Möglichkeiten zur Drittmittelakquise und stärkt die Position des Standorts als forschungsstarke Einrichtung. Die Unterstützung durch Paul Gauselmann hat damit eine Keimzelle geschaffen, die weit über die Dermatologie hinaus positive Impulse für die gesamte medizinische Fakultät der RUB setzen wird.

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Bei der Spendenscheckübergabe freuten sich (v.l.n.r.) Julia Städter, kaufmännischer Vorstand UK-RUB und Leitung Unternehmensentwicklung & Projektmanagement, Landrat Ali Doğan, Univ.- Professor Dr. Ralf Gutzmer, Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie, Univ.- Professorin Dr. Katrin Schaper-Gerhardt, Unternehmer Paul Gauselmann, Professor Dr. Rudolf Stadler, Initiator der Stiftungsprofessur und Vorstandsvorsitzender Dr. Olaf Bornemeier über die ersten 300.000 Euro von insgesamt 1,5 Millionen Euro für die Stiftungsprofessur.

Univ.-Prof. Dr. Katrin Schaper-Gerhardt möchte mit ihrer Arbeit im Bereich der onkologischen Erkrankungen dem Körper helfen, sich selbst zu helfen. „Krebs ist in erster Linie eine Erkrankung, die durch genetische Veränderungen entsteht und durch verschiedene Mechanismen das Immunsystem umgehen kann. Seit Jahrzehnten suchen Forschende nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Heute wissen wir: Es gibt nicht die eine universelle Krebstherapie. Stattdessen existieren zahlreiche Wirkstoffe, die gezielt gegen bestimmte Krebsarten oder molekulare Veränderungen wirken. Viele dieser Substanzen sind bereits bekannt, doch die präzise Zuordnung zu den individuell besten Therapieoptionen ist eine zentrale Herausforderung. Die Forschung der nächsten Jahrzehnte wird sich darauf konzentrieren, diese komplexen Zusammenhänge zu entschlüsseln, um für jede Krebserkrankung die optimale Behandlung zu identifizieren. An diesem globalen Forschungsprojekt leisten wir in Minden einen wichtigen Beitrag.“ 

Quelle und Fotos: Mühlenkreiskliniken AöR

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