Feuerwehr Minden arbeitet ab sofort mit Brandsimulationshaus
Minden -

Die Competenz Factory übergab jetzt an die Mindener Feuerwehr das Rauchhaus. Mit dem Rauchhaus kann die Rauchausbreitung in Gebäuden simuliert werden. „Wir haben jetzt ein Allround-Modell, das multifunktional eingesetzt werden kann“, freut sich der Leiter der Feuerwehr Heino Nordmeyer. Es ist nun möglich daran zu zeigen, wie sich klassisch der Rauch seinen Weg sucht und innerhalb eines Hauses ausbreitet. Es verdeutlicht auch, an welchen Stellen es sinnvoll ist Rauchmelder zu installieren. Die Feuerwehr kann das Modell ebenfalls sehr gut für die Jugendarbeit einsetzen, denn die jungen Menschen bekommen auf diese Weise Fachwissen ganz anders vermittelt, erklärt Nordmeyer bei der Vorführung des Rauchhauses. Das zweistöckige Haus bildet einen Großteil der Realität ab und kann altersunabhängig eingesetzt werden.
Entstanden ist das Modell in Zusammenarbeit mit der Competenz Factory. Sie unterstützt Menschen bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Im Rahmen von Lehrgängen und Projekten im Raum Minden-Lübbecke wird mit den Kunden am (Wieder-) Einstieg in die Beschäftigung gearbeitet. Finanziell unterstützen das Amt pro Arbeit und das Jobcenter die Qualifizierungsmaßnahmen. Eine davon ist „RAN“. Das bedeutet Ressourcenorientiert, Aktivierend, Neigungsorientiert - es soll neue berufliche Perspektiven aufzeigen.

Am Brandsimulationshaus waren rund 18 Teilnehmer*innen vier Monate damit beschäftigt die Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Das Besondere ist, dass die Teilnehmer*innen selbst entscheiden können, was gemacht werden soll. Während der Projektphase konnte jeder seine Stärken einbringen. Erst wurden die einzelnen Bausteine von Hand gefertigt, die dann zusammengesetzt wurden. Mit variablen Innenwänden hat die Feuerwehr Minden die Möglichkeit unterschiedliche Szenarien zu simulieren.
Meist wird mit dem Material Holz gearbeitet, denn das ist am einfachsten zu verarbeiten, sagt Sabine Oellermann von der Competenz Factory. Als externer Dozent brachte ein Student der Elektrotechnik sein Fachwissen für die praktische Umsetzung des Rauchhauses mit ein – er hat die Technik eingebaut. Theaternebel wird mittels eines Ventilators durch zwei Schläuche in den Innenraum geblasen. Durch große Plexiglasfenster kann von außen beobachtet werden, wie und wo sich der Rauch ausbreitet. Besonderer Clou sind Fenster, Türen und eine Dachluke, die sich je nach Bedarf öffnen lassen. „Dadurch können wir in der Praxis veranschaulichen, dass es falsch ist, Fenster und Türen im Brandfall zu öffnen. Die Luftwirbel sind nun sehr gut sichtbar. Das Rauchhaus ist ein klarer Pluspunkt für unsere Ausbildung“, betont Lutz Kölling, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.
Das portable Modell soll bei Veranstaltungen oder auch beim Tag der offenen Tür eingesetzt werden. Bei der Führungs- und Taktikausbildung wird bereits seit einiger Zeit mit Modellen gearbeitet – jetzt profitiert auch die Brandschutzerziehung vom Engagement der Competenz Factory. „Bisher haben unsere Teilnehmer noch kein Rauchhaus gebaut. Das Modell ist ein Unikat“, stellt Harald Grube, bei der Competenz Factory für die Werkstatt verantwortlich, heraus.
(Text und Foto: Stadt Minden/Pressestelle)
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