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Früherer Bürgermeister Heinz Röthemeier gestorben

Minden -

Bei großen Anlässen war er stets ein gern gesehener Gast und auch im hohen Alter noch rege am Stadtgeschehen interessiert. Nun hat Heinz Röthemeier diese Welt verlassen. Die Stadt Minden trauert um den früheren Mindener Bürgermeister, Ehrenbürger und Träger des Verdienstkreuzes I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

102. Geburtstag: Bürgermeister Peter Kock überreicht Heinz Röthemeier eine Collage, rechts seine Tochter Claudia.

Bei großen Anlässen war er stets ein gern gesehener Gast und auch im hohen Alter noch rege am Stadtgeschehen interessiert. Nun hat Heinz Röthemeier diese Welt verlassen. Die Stadt Minden trauert um den früheren Mindener Bürgermeister, Ehrenbürger und Träger des Verdienstkreuzes I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Er starb am Montag, 26. Oktober, in Minden – in der Stadt, die ihn Jahrzehnte geprägt hat und die er prägte. „Mein herzliches Beileid gilt seiner Familie“, kondolierte Bürgermeister Peter Kock am Dienstag. Die Nachricht vom Tod Röthemeiers ereilte ihn im Herbsturlaub.

Seinen letzten „großen öffentlichen Auftritt“ hatte Heinz Röthemeier – auch Ehrenpionier der Bundeswehr - beim Ratsempfang zum Mindener Freischießen im August. „Er ließ es sich, trotz eines vorherigen Sturzes, nicht nehmen, ins Rathaus kommen“, erinnert sich Kock. Minden habe mit ihm eine der prägendsten Persönlichkeiten verloren. „Er hatte bis zuletzt einen klaren Kopf und war stets auf der Höhe der Zeit.“ Und weiter: „Er war ein Vorbild für mich, ein aufrechter Sozialdemokrat durch und durch.“ Ausgezeichnet habe Röthemeier aber auch seine Überparteilichkeit. Er hatte Freunde und Weggefährten auch in anderen Parteien, so der Bürgermeister weiter.

Von 1977 bis 1991 führte Röthemeier die Weserstadt als ehrenamtlicher Bürgermeister. Unmittelbar danach erhielt er die Auszeichnung „Ehrenbürger der Stadt Minden“ und 1993 das Verdienstkreuz I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Nur der frühere Handball-Nationalmannschaftsspieler Herbert Lübking führt jetzt noch den Ehrenbürger-Titel.

Bei großen Anlässen war er stets ein gern gesehener Gast und auch im hohen Alter noch rege am Stadtgeschehen interessiert. Nun hat Heinz Röthemeier diese Welt verlassen. Die Stadt Minden trauert um den früheren Mindener Bürgermeister, Ehrenbürger und Träger des Verdienstkreuzes I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

50 Jahre SPD-Stadtverband.

1964 trat Röthemeier in die SPD ein und kandidierte 1969 erstmals erfolgreich für den Rat in Minden. Bereits vier Jahre später wurde der Leiter der Aufbaurealschule stellvertretender Bürgermeister und 1977 dann – nach dem plötzlichen Tod von Hans-Jürgen Rathert – bis 1991 Mindener Bürgermeister. Mit dem damaligen Stadtdirektor Dr. Erwin Niermann bildete er lange ein „kongeniales Team“.

Röthemeier war „eine Schlüsselfigur“ der Gebietsreform in den 1970er Jahren. Mit viel Diplomatie und Verhandlungsgeschick überzeugte er seinerzeit viele Gegner, Vertreter*innen der Politik und auch die Wirtschaft von den Vorteilen eines größeren Minden und eines danach deutlich gewachsenen Kreises Minden-Lübbecke, so der ehemalige Bürgermeister Michael Jäcke (2015-2025).

Im Laufe seiner Amtszeit traf Röthemeier auch bekannte und berühmte Persönlichkeiten - darunter Prince Charles, Hanns Martin Schleyer, Hannelore Kohl, Hans Apel und Norbert Blüm. Sie alle trugen sich zwischen 1977 und 1991 ins „Goldene Buch“ der Stadt Minden ein. Zusammen mit seiner Frau Helga taufe er 1985 den lange in List auf Sylt stationierten Seenotrettungskreuzer „Minden“ und 1987 eine Boing 737 der Lufthansa ebenfalls auf denselben Namen. Er pflegte intensiv die Kontakte zu Mindens Partnerstädten und unterzeichnete 1990 eine Kooperationsvereinbarung mit Tangermünde in Sachsen-Anhalt.

Die Stadt Minden richtete zu Heinz Röthemeiers 100. Geburtstag im Februar 2024 einen Festakt im Rathaus aus. 150 Ehrengäste gratulierten. Er habe es nicht geplant, 100 Jahre alt zu werden, aber dann sei es doch so gekommen, so der Jubilar. Es gab stehende Ovationen nach seinen Dankesworten. Zu seinem 100. Geburtstag zeigte sich Röthemeier „gut aufgelegt“ und trug so manche Anekdote aus seinem Leben bei.

Auch im hohen Alter nahm der Ehrenbürger noch regelmäßig an den Grünkohlessen des Mindener Bürgerbataillons und an den „Herrenbierabenden“ mit Aalessen des Stadtsportverbandes teil. Er war ein geschätzter Ehrengast. Oft wurde das große Talent, sich haargenau an viele Ereignisse zu erinnern, von seinen Weggefährten gelobt. Röthemeier liebte Kegeln und Segeln in seiner Freizeit.

„Platt“ beherrschte der in Vlotho geborene Sohn eines Landwirts von Kindesbeinen an. Er pflegte die niederdeutsche Sprache in seinem Amt und auch privat. Dass er in Kriegsjahren die „höhere Schule“ besuchen durfte, habe sein späteres Leben als Lehrer und Schulleiter maßgeblich geprägt, so Röthemeier zu seinem 100. Geburtstag.

Heinz Röthemeier verstand es, Menschen für sich zu gewinnen. „Er genoss stets große Wertschätzung, hatte gute Kontakte und war strategisch hervorragend vernetzt“, so Bürgermeister Peter Kock. Die Stadt Minden wird ihm zu Ehren in Absprache mit der Familie eine Trauer- und Dankesfeier in der Petri-Kirche ausrichten – so wie er es sich zu Lebzeiten gewünscht hat.

Quelle und Fotos: Stadt Minden

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