Hitze clever aussperren
Nordrhein-Westfalen -

Foto: VZ NRW/adpic
Wer ein Haus baut oder energetisch saniert, denkt idealerweise nicht nur an niedrige Heizkosten im Winter, sondern auch an angenehme Temperaturen im Sommer. Denn die Zahl der heißen Tage stieg in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an und dieser Trend soll sich fortsetzen. „Dämmung, Fenster und die Auswahl geeigneter Bauteile nehmen eine zentrale Rolle ein. Wer rechtzeitig vorsorgt, schafft auch an heißen Tagen ein angenehmes Raumklima.“ sagt Kerstin Pahnke, Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW in Minden. Wie man die eigenen vier Wände fit für steigende Sommertemperaturen macht:
Hitzequellen im Gebäude aufspüren
Häufig betroffen sind Dachgeschosse, da das Dach eine große Angriffsfläche für die Sonne bietet und gerade in älteren Gebäuden in Bezug auf den Hitzeschutz nicht optimal konstruiert ist. Großen Einfluss auf das Raumklima im Sommer haben auch die Fenster. Nach Süden gerichtete Fenster sind die kritischsten, aber auch solche mit Ost- oder Westausrichtung können Räume im Sommer unangenehm erwärmen. Besonders große Fenster können die Situation umso problematischer werden lassen. Hinzu kommt der Einfluss möglicher Undichtigkeiten in der Gebäudehülle.
Sonnenschutz außen anbringen
Ein wirksamer und simpler Hitzeschutz besteht darin, die Sonne gar nicht erst ins Gebäude gelangen zu lassen. Sonnenschutz auf der Außenseite hält die Wärmestrahlung besser ab als innenliegende Lösungen. Rollläden, Jalousien oder Markisen sind je nach Geschmack und baulicher Situation geeignet. Wer seine Verglasungen zusätzlich in Sonnenschutzverglasungen „verwandeln“ möchte, kann mit einer Sonnenschutzfolie arbeiten, die außen auf die Verglasung aufgebracht wird. Ein geeigneter innenliegender Sonnenschutz ist aber auch hilfreich gegen die Hitze. Hierbei sind reflektierende Materialien die besten, die zur Fensterfläche hin ausgerichtet werden. Auch Balkone, Dachüberstände oder Vordächer können Fensterflächen wirksam verschatten.
Neue Fenster richtig auswählen
Fenster haben großen Einfluss darauf, wie viel Sonnenenergie in die Wohnräume gelangt. In kritischen Bereichen sollte bei neuen Fenstern vorsorglich eine Sonnenschutzverglasung ins Auge gefasst werden.
Undichte Stellen an der Gebäudehülle schließen
Undichtigkeiten haben im Sommer einen großen Einfluss auf die Temperaturen im Haus. Undichte Fenster sind dabei recht leicht in den Griff zu bekommen. Zunächst sollte geprüft werden, ob die Fensterflügel dicht schließen. Falls nicht, muss das Fenster passend eingestellt werden. Ist die Dichtung des Fensters nicht funktionstüchtig, schaffen neue Dichtungen oder selbstklebende Dichtungsbänder wirksam Abhilfe. Häufig weisen in Bestandgebäuden auch die Dächer Undichtigkeiten auf. In solchen Fällen ist das Abdichten aufwändiger.
Dämmung schützt auch im Sommer
Eine hochwertige Wärmedämmung reduziert nicht nur Wärmeverluste im Winter, sondern hält im Sommer auch die Hitze länger draußen. Besonders im Dachgeschoss macht sich dieser Effekt bemerkbar. Für hochsommerliche Temperaturen ist dort eine stärkere Dämmung, als für kühle Zeiten eigentlich kalkuliert, spürbar effektiv. Die Innenräume erwärmen sich so deutlich langsamer. Wirkungsvoll sind dabei auch massive Bauteile wie Mauerwerks- oder Betonwände. Sie puffern die Hitze, „saugen“ sie tagsüber aus der Raumluft und geben sie nachts bei gutem Lüften wieder nach draußen.
Verschatten hilft gegen die Hitze
Wer Fenster und Dächer vor direkter Sonneneinstrahlung schützen möchte, kann auch selbst für mehr Verschattung sorgen. So liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach nicht nur klimafreundlichen Strom, sondern beschattet zugleich die Dachfläche. Dadurch heizt sich das Dach weniger stark auf, was die Wärmebelastung im Dachgeschoss spürbar reduzieren kann. Auch Bäume vor Fenstern und Fassaden dienen als natürlicher Sonnenschutz: Sie halten einen Teil der Sonnenstrahlung ab und tragen so zu einem angenehmeren Raumklima im Gebäude bei.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW e. V., Beratungsstelle Minden
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