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'Käthe' läuft zum 31. Juli aus – Abschiedsfeier in der Mensa

Minden -

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Ein bisschen Wehmut lag in der Luft. Geladene Gäste, Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern und Schüler blickten jetzt auf eine 190-jährige Geschichte einer Bildungseinrichtung in Minden zurück und verabschiedeten sich von der Käthe-Kollwitz-Realschule. Für die Veranstaltung hatten die Schüler den Leitspruch „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen" von Johann Wolfgang von Goethe ausgewählt.

Auf einer bunt geschmückten Bühne erinnerte Bürgermeister Peter Kock daran, wo die Geschichte der „Käthe“, wie sie schon lange genannt wird, begann: 1836 in der oberen Altstadt – als Bürgerschule. Ihr Ende nimmt sie nun in Häverstädt. Am 31. Juli wird die Mindener Realschule aus dem Schulverzeichnis gelöscht.

2020 hatte der Rat beschlossen, dass diese Realschule – es gibt mit der Freiherr-von-Vincke-Realschule eine weitere in Minden – mit Beginn des Schuljahres 2021/22 auslaufen soll. Gleichzeitig wurde die Einrichtung der Sekundarschule Am Wiehen auf den Weg gebracht. Seit dem Sommer 2023 teilten sich die Käthe-Kollwitz-Realschule und die Sekundarschule Am Wiehen ein modernes, neues Schulgebäude auf dem Campus in Häverstädt.

Für die Veranstaltung in der Mensa mit mehr als 200 Gästen, darunter etwa 160 Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte, gab es drei Anlässe: Zum einen wurde zurückgeblickt und sich von der endgültig auslaufenden Bildungseinrichtung verabschiedet. Weiter wurde die kommissarische Schulleiterin Gisela Bednar verabschiedet und es gab die Abschluss-Zeugnisse für die Schüler*innen der 10. Klassen – die letzten drei Klassen an der „Käthe“. Ihren Namen erhielt die Schule 1967 – nach der sozialkritischen Künstlerin Käthe Kollwitz.

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„Wir verabschieden eine Schule, die 190 Jahre Teil unserer Stadtgeschichte war. Über Generationen hinweg haben junge Menschen in dieser Realschule gelernt, Freundschaften geschlossen, ihre Talente entdeckt und wichtige Weichen für ihr Leben gestellt. Manche kehrten auch als Lehrerin oder Lehrer zurück“, strich Bürgermeister Peter Kock heraus. Das spreche für diese Schule, die individuelle Förderung, soziales Miteinander, Medienkompetenz und Motivation immer großgeschrieben habe.

190 Jahre seien weit mehr als eine beeindruckende Zahl, so Kock weiter. Sie stehe auch für Beständigkeit, für einen sich im ständigen Wandel befindlichen Bildungsauftrag und für das Engagement unzähliger Menschen. „Lehrkräfte, Mitarbeitende, Eltern und Förderer haben diese Schule über Jahrzehnte geprägt. Jede Generation hat ihre Spuren hinterlassen und dazu beigetragen, dass dieser Ort weit mehr war als eine städtische Bildungseinrichtung. Er war stets auch ein Ort der Gemeinschaft und des Miteinanders“, hob der Bürgermeister hervor.

Die „Käthe“ erhielt 2020 die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und regelmäßig war sie auch bei den Community Dance-Projekten vertreten. Demografischer Wandel mit sinkenden Schülerzahlen und neue attraktive Lernformen an anderen Schulen sowie dort fehlende familienfreundliche ganztägige Angebote - die „Käthe“ war eine reine Halbtagsschule - führten letztendlich zu einem „Auslaufen“ dieser Realschule.

Drei Mal mussten Lehrkräfte und Schüler*innen in den vergangenen fünf Jahrzehnten umziehen - zunächst in das damals neue Beton-Gebäude in Häverstädt, welches 2020 abgerissen wurde. Interimsmäßig kam die „Käthe“ dann, als es größere Schäden und Schadstoff-Belastungen im verbauten Material gab, in Rodenbeck unter – in den Räumlichkeiten der ehemaligen Hauptschule Minden-Süd am Piwittskamp. Der Umzug erfolgte zum Schuljahr 2014/15.

Im Sommer 2023 zogen Schüler*innen und Lehrer*innen dann in den jetzigen Neubau auf dem Campus in Häverstädt ein. Dieser wird aufgrund steigender Schülerzahlen in der Sekundarstufe I aktuell erweitert. Mit dem Ausbau sollen zusätzliche Raumkapazitäten geschaffen und die schulische Infrastruktur in Minden bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.

Abschließend dankte Kock allen, „die diese Schule über Jahrzehnte geprägt und getragen haben“. Dank gab es auch für die scheidende Konrektorin Gisela Bednar, die 2020 – „einem außergewöhnlich schwierigen und von der Corona-Pandemie geprägten Jahr“ an diese Schule kam. Damals besuchten rund 450 Schülerinnen und Schüler die „Käthe“. Bednar habe die Schule „mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein geleitet“, lobte Kock. Die Aufgabe, eine Schule auf ihrem letzten Abschnitt zu begleiten, habe nicht nur Führungsstärke und organisatorisches Geschick verlangt, sondern auch menschliche Stärke, Einfühlungsvermögen und Zuversicht.

Quelle und Fotos: Stadt Minden

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