Kostenlose Periodenprodukte: Pilotphase am Besselgymnasium gestartet
Minden -

Personen auf dem Bild (v.l.n.r.): Startschuss für das Pilotprojekt am Besselgymnasium: Alexandra Wiese (Schulsozialarbeit), Lana Lohrie (Schulsozialarbeit), Viviane Paffendorf (Gleichstellungsstelle Stadt Minden), Dolores Bernhard (Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten), Heiko Seller (Schulleiter Besselgymnasium), Sabine Schulz (Ausschuss für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten).
Seit Beginn des neuen Schuljahres erprobt das Besselgymnasium die kostenlose Bereitstellung von Periodenprodukten. Auf einer Mädchentoilette der Schule wurde dafür ein Spender mit Tampons und Binden installiert, aus dem sich Schülerinnen bei Bedarf unkompliziert bedienen können. Das bis zum 31. Dezember dieses Jahres angelegte Pilotprojekt soll praktische Erkenntnisse über den Bedarf, die Logistik und den schulischen Alltag liefern.
Die Initiative geht auf einen Antrag von Sabine Schulz im Ausschuss für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten der Stadt Minden zurück. Daran anschließen erarbeitete die städtische Gleichstellungsstelle das Konzept und fragte Schulen für die Umsetzung an. Das Besselgymnasium erklärte sich sofort bereit als Pionierschule voranzugehen. „Die Menstruation darf im 21. Jahrhundert kein Tabuthema mehr sein und erst recht kein Grund, warum Mädchen gestresst sind oder dem Unterricht fernbleiben müssen. Ich freue mich sehr, dass unser Antrag so schnell und pragmatisch in die Praxis umgesetzt wurde und wir damit ein klares Zeichen für Chancengleichheit setzen“, sagt Sabine Schulz dazu.

Entlastung im Schulalltag und Praxis-Check
Ziel des Projekts ist es, Stresssituationen für Schülerinnen zu reduzieren. Eine unerwartet einsetzende Menstruation führt im Schulalltag oft dazu, dass Betroffene den Unterricht vorzeitig verlassen oder nach Hause gehen müssen. Dem soll die niedrigschwellige Verfügbarkeit entgegenwirken und gleichzeitig die hygienischen Bedingungen verbessern. Begleitet wird die Testphase von der Schüler*innenvertretung (SV) sowie der Schulsozialarbeit des Besselgymnasiums. Die Organisation und Beschaffung der Produkte liegt in den Händen der Gleichstellungsstelle der Stadt Minden. Für den gesamten Testzeitraum steht ein Budget von maximal 500 Euro zur Verfügung, das sowohl die Anschaffung des Spenders als auch die Produkte abdeckt.
Heiko Seller, Schulleiter des Besselgymnasiums, findet: „Für uns als Schule steht das Wohlbefinden unserer Schülerinnen an erster Stelle. Der Spender schafft Abhilfe in einer ganz alltäglichen Situation und sorgt für mehr Sicherheit im Schulalltag. Unsere Schüler*innenvertretung unterstützt das Projekt aktiv und wir sind gespannt auf die Erfahrungen aus dieser Testphase.“
Evaluation als Basis für alle Schulen
Während der Pilotphase stehen auch logistische Fragen im Fokus: Ermittelt werden der tatsächliche Verbrauch, der organisatorische Aufwand für das Auffüllen sowie der verantwortungsvolle Umgang der Schülerinnen mit dem kostenfreien Angebot. Nach Abschluss der Testphase werden die Erfahrungen gemeinsam ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Evaluation sollen im ersten Ausschuss für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten des Jahres 2027 vorgestellt werden. Sie dienen anschließend als Grundlage für die weitere Diskussion über die Bereitstellung an anderen Mindener Schulen.
Dolores Bernhard, Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten, blickt voraus: „Die Auswertung im Ausschuss Anfang 2027 wird uns eine fundierte Datenbasis liefern. Unser Ziel ist es zu sehen, wie das Angebot angenommen wird, um auf dieser Grundlage über eine flächendeckende Einführung an allen Mindener Schulen zu entscheiden.“
Quelle und Fotos: Stadt Minden
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