Pflege und Beruf: Kreis Minden-Lübbecke bietet Fortbildung an
Minden-Lübbecke -

Im Kreis Minden-Lübbecke werden 6.700 der insgesamt 10.200 Pflegebedürftigen zu Hause von ihren Angehörigen versorgt, teilweise mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste - Tendenz steigend.Damit spielt die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine immer größere Rolle auch in den Unternehmen im Kreis Minden-Lübbecke, denn immer mehr Menschen müssen Pflege und Beruf miteinander vereinbaren. Etwa 13 Prozent aller Beschäftigten bundesweit haben heute zu Hause mit Pflege zu tun. Um die hiesigen Unternehmen bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu unterstützen, bietet der Kreis Minden-Lübbecke zum zweiten Mal eine Fortbildung zum Pflegeguide an.
Seit April 2016 sind die ersten Pflegeguides in Unternehmen im Kreis Minden-Lübbecke aktiv. Die erste Pflegeguide-Schulung war erfolgreich, sodass sich der Kreis dazu entschlossen hat, Anfang 2017 erneut Beschäftigte zu schulen.
„Pflegeguides dienen innerhalb von Unternehmen als erste Anlaufstelle und als Lotsinnen und Lotsen für Kolleginnen und Kollegen, die zu Hause eine Pflegesituation bewältigen müssen. Unternehmen können damit in Zeiten des Fachkräftemangels ihre Attraktivität als Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber erhöhen und betroffene Beschäftigte wirksam unterstützen“, erläutert Andrea Strulik, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke.
Viele pflegende Angehörige, die gleichzeitig berufstätig sind, fühlen sich belastet oder sogar überlastet und sind daher nicht mehr voll leistungsfähig im Beruf. „Das muss nicht sein. Ob Pflege zu einer Belastung wird und sich damit auch negativ auf die Arbeitskraft auswirkt, hängt stark davon ab, welche Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung gestellt und genutzt werden“, verdeutlicht Klaus Marschall, Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange des Kreises Minden-Lübbecke.
Einige schränken ihre Berufstätigkeit ein oder geben sie ganz auf. Der Kreis Minden-Lübbecke unterstützt im Rahmen seiner Initiative „Pflege und Beruf“ die Unternehmen im Kreisgebiet bei der Herausforderung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz häuslicher Pflegeaufgaben im Berufsleben zu halten.
„In der Personalpolitik der Unternehmen und für die Beschäftigten wird die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege eine zunehmende Rolle spielen. Die Betreuung und Pflege von Angehörigen bedeutet eine zusätzliche Herausforderung zu den gestiegenen Anforderungen im Erwerbsleben. Mit gezielten Maßnahmen wie zum Beispiel einem Pflegeguide kann dieser Balanceakt gelingen“, erklärt André M. Fechner, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke e.V.
Pflegeguides sind Ansprechpersonen im Betrieb, an die sich Beschäftigte mit Pflegeverantwortung wenden können. Die Pflegeguides führen selbst keine Pflegeberatung durch, kennen aber zum Beispiel Entlastungsmöglichkeiten und können Kontakte zu Hilfeangeboten wie bspw. Beratungsstellen herstellen. Darüber hinaus haben sie Kenntnisse über betriebliche Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf erleichtern und können die Unternehmensleitung entsprechend beraten.
„Pflegeguides leisten einen wichtigen Beitrag zu besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Pflegende Beschäftigte stehen häufig unter massivem Druck, sind mitunter überfordert durch die neue Situation. Pflegeguides können schnell Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung liefern“, meint Dr. Axel Berger, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Minden-Herford des Handelsverbandes Ostwestfalen-Lippe e.V.
Die zweitägige Fortbildung findet am 10. und 31. Januar 2017 im Kreishaus in Minden statt und ist für die Unternehmen und die Teilnehmenden kostenfrei. Ausbildungsinhalte sind unter anderem Grundsatzinformationen zum Thema „Pflege“, Hilfeangebote im Kreis Minden-Lübbecke sowie Handlungsmöglichkeiten von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und Beschäftigten.
Nähere Informationen sowie ein ausführlicher Flyer mit Anmeldemöglichkeit sind erhältlich beim Kreis Minden-Lübbecke:
Andrea Strulik
Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke
Telefon: (0571) 807-24210, E-Mail: a.strulik@minden-luebbecke.de
Klaus Marschall
Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange
Telefon: (0571) 807-23640, E-Mail: k.marschall@minden-luebbecke.de
Foto v.l.n.r.:
Klaus Marschall, Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange des Kreises Minden-Lübbecke
André M. Fechner, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke e.V.
Dr. Axel Berger, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Minden-Herford des Handelsverbandes Ostwestfalen-Lippe e.V.
Nicht auf dem Foto ist Andrea Strulik, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke
(Text: Kreis Minden-Lübbecke | Foto: Mirjana Lenz)
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