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Premiere im OP

Lübbecke -

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Valentina Maron gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten Oliver Fuckert (links) und Dr. Gregor Halbert im Krankenhaus Lübbecke. Die 77-Jährige ist froh, dass sie nur eine Operation durchstehen musste. Nur wenige Tage nach dem Eingriff konnte die Bünderin schon wieder nach Hause. Foto: Sven Olaf Stange/MKK

Ein medizinischer Meilenstein ist dem Krankenhaus Lübbecke gelungen: Erstmals haben die Fachbereiche Allgemeinchirurgie und Urologie in einer gemeinsamen, hochkomplexen Operation Hand in Hand gearbeitet. Bei einer 77-jährigen Patientin wurden gleichzeitig ein Nierentumor mitsamt der betroffenen Niere entfernt sowie ein Narbenbruch in der Bauchwand chirurgisch versorgt.
Möglich war dieser Eingriff durch den Einsatz des modernen OP-Roboters DaVinci – und durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Das Besondere: Normalerweise wären dafür zwei getrennte Eingriffe notwendig gewesen. Mit zwei Narkosen, zwei Heilungsphasen und entsprechend mehr Belastung. Dank moderner Technik und enger Zusammenarbeit konnte dies nun in einer einzigen Operation erfolgen.

„Solche kombinierten Eingriffe sind selten und stellen höchste Anforderungen an Planung, Präzision und Teamarbeit“, erklärt Dr. Gregor Halbert, Direktor der Klinik für Urologie, robotisch-assistierte Urologie und Uro-Onkologie.

„Dass wir beides während einer Operation durchführen konnten, ist ein großer Fortschritt“, betont Oliver Fuckert, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Proktologie.

Die medizinische Herausforderung lag nicht nur in der Komplexität der einzelnen Eingriffe, sondern vor allem in der Kombination. 

„Die enge Abstimmung im OP war entscheidend. Wir haben jeden Schritt gemeinsam geplant und nahtlos ineinandergreifen lassen. Ohne den OP-Roboter wäre dieser Eingriff so nicht möglich gewesen. Wir konnten dadurch die gleichen Zugänge verwenden, mit einem offenen Schnitt hätte das nicht funktioniert“, erklären die beiden Klinikdirektoren. 

Der DaVinci-OP-Roboter gilt als eine der fortschrittlichsten Technologien in der modernen Chirurgie. Er ermöglicht minimalinvasive Eingriffe mit höchster Genauigkeit: winzige Schnitte, eine dreidimensionale hochauflösende Sicht und feinste Instrumente, die selbst komplexeste Bewegungen ausführen können. Gesteuert wird der DaVinci von erfahrenen Operateurinnen und Operateuren.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: weniger Schmerzen, geringeres Risiko von Komplikationen und eine deutlich schnellere Genesung.

„Gerade bei kombinierten Eingriffen ist die Schonung des Körpers entscheidend. Wir konnten die Operationszeit optimieren und gleichzeitig die Belastung für unsere Patientin minimieren“, erläutert Oliver Fuckert. Während Dr. Gregor Halbert den Tumor mit Hilfe des OP-Roboters entfernte – ein Eingriff, der höchste Präzision erfordert, um umliegendes Gewebe zu schonen – übernahm Oliver Fuckert im Anschluss die Steuerung des Roboters und behandelte den Narbenbruch in der Bauchwand. 
Grundsätzlich wird immer versucht, die Niere zu erhalten und nur den Tumor zu entfernen. „Unser Ziel ist immer, so viel gesundes Gewese wie möglich zu bewahren. In diesem Fall war der Tumor jedoch bereits so groß und ausgedehnt, dass eine nierenerhaltende Operation nicht möglich war“, erklärt Dr. Gregor Halbert.

Für die 77-jährige Patientin aus Bünde selbst war die Diagnose ein einschneidendes Erlebnis: „Als ich erfahren habe, dass ich einen Tumor habe, war das ein Schock. Ich hatte große Angst.“ Umso größer ist heute die Erleichterung. „Ich bin sehr dankbar, dass ich nur eine Operation durchstehen musste“, sagt Valentina Maron.

Was Valentina Maron besonders beeindruckt, ist der schnelle Heilungsverlauf: „Ich hatte kaum Schmerzen nach dem Eingriff und konnte schon nach wenigen Tagen wieder nach Hause. Damit hätte ich nicht gerechnet.“

Die Bünderin kann gut und lange mit nur einer Niere leben. „Die verbleibende Niere übernimmt die Funktion beider Organe und passt sich mit der Zeit entsprechend an“, erläutert der Lübbecker Urologe.

Die erfolgreiche Durchführung dieser ersten interdisziplinären Operation markiert einen bedeutenden Schritt für das Krankenhaus Lübbecke. Anfang des Jahres wurde am Krankenhaus Lübbecke das Roboticum, ein Zentrum für interdisziplinäre robotische Operationen, gegründet. Herzstück des Zentrums ist das bewährte DaVinci-Operationssystem, das im Krankenhaus Lübbecke bereits seit 2021 erfolgreich eingesetzt wird. Dem Roboter-Zentrum gehören die Fachbereiche Urologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Gynäkologie an. Alle drei Kliniken nutzen die robotische Technologie seit Jahren erfolgreich und verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Anwendung des DaVinci-Systems.
„Die Medizin entwickelt sich immer stärker in Richtung vernetzter Kompetenz. Interdisziplinäre Eingriffe wie dieser zeigen, welches Potenzial in der Zusammenarbeit liegt. Wann immer es möglich ist, werden wir solche Operationen gemeinsam durchführen“, erklärt Dr. Gregor Halbert, Leiter des Roboticums.

Die Klinik für Urologie am Krankenhaus Lübbecke entwickelt ihr medizinisches Angebot kontinuierlich weiter. Unter anderem ist auch die Wiederbelebung der nicht-operativen Uroonkologie am Haus geplant, etwa durch den Ausbau von Chemotherapien und Immuntherapien für urologische Krebserkrankungen. Dies dient nicht nur der besseren Versorgung der Betroffenen, sondern sichert auch die vollständige Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte im Fachgebiet. 

„Wir richten uns konsequent an den zukünftigen Anforderungen einer modernen Patientenversorgung aus. Im Kontext der derzeitigen strukturellen Überlegungen bringt sich die Abteilung aktiv in die konzeptionellen Planungen ein, mit dem Ziel, ihre hohe fachliche Qualität und ihr Leistungsspektrum auch perspektivisch an einem neuen Klinikstandort in Espelkamp einzubringen“, betont Klinikdirektor Dr. Gregor Halbert.

Quelle: Mühlemkreiskliniken AöR

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