Stadt plant Anhebung der Beiträge für Kinderbetreuung
Minden -

Die Beiträge für die Ferienbetreuung im Offenen Ganztag an Mindener Grundschulen sollen um 100 % steigen. Außerdem sind deutliche Beitragserhöhungen für die Betreuung von Kindern in Kitas und in der Kindertagespflege geplant.
„Für eine Familie mit zwei Grundschulkindern, die auf fünf Wochen Ferienbetreuung angewiesen ist, sind unter Beibehaltung der Geschwisterermäßigung dann 900 Euro zusätzlich pro Jahr zu den regulären monatlichen Betreuungsbeiträgen plus Essensgeld zu zahlen. Wir haben Sorge, dass die geplante Anhebung der Betreuungsbeiträge um 100 % dazu führt, dass Kinder in den Ferien vermehrt ohne Betreuung zu Hause bleiben, wenn ihre Eltern arbeiten gehen müssen“, so Dr. Carmen Riechmann, Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft Grundschulen Minden.
Bisher übernimmt die Stadt Minden mit 60 Euro die Hälfte der entstehenden Kosten für jede Woche Ferienbetreuung. Die andere Hälfte tragen die Familien selbst. Nun will die Stadt ihren Anteil streichen und den Familien mit Betreuungsbedarf zusätzlich auferlegen. Für die Regelbetreuung, die gerade letztes Jahr um 40% teurer geworden ist, erhalten die beitragszahlenden Familien schon jetzt keine Unterstützung von der Stadt Minden auf der Beitragsseite. „Im Haushaltsplan 2016 wird ein bedarfsgerechtes Angebot an Kinderbetreuung in der Stadt als wichtiges Ziel einer familienfreundlichen Stadt beschrieben. Es ist zweifelhaft, ob ein Angebot, welches für viele Familien nicht mehr bezahlbar ist, diesem Kriterium wirklich genügen kann“, weist Riechmann das Anliegen der Elternvertretung hin.
Auch der Stadtelternrat Minden betrachtet die Erhöhungspläne der Stadt mit großer Sorge. „Die Elternbeiträge für Kitas und Kindertagespflege sollen im kommenden Jahr deutlich steigen“, erläutert Dr. Nicol Özara-Klakus als Vorsitzende des Stadtelternrates Minden die Situation. „In Minden haben wir viele Familien, die keine Elternbeiträge zahlen können und daher von den Zahlungen befreit sind. Die aufgrund der schwierigen Sozialstruktur fehlenden Einnahmen an Elternbeiträgen nun durch deutliche Erhöhungen der Beiträge für Familien, die ihre Beiträge seit Jahr und Tag entrichten, auszugleichen ist ungerecht und unsozial“, so Özkara-Klakus weiter.
Familien mit mehreren Kindern, die in Kitas, Kindertagespflege und Offenem Ganztag einer Mindener Grundschule betreut werden, treffen die Pläne der Verwaltung gleich mehrfach. „Es muss alles aus dem gleichen Portemonnaie bezahlt werden“, mahnen die Elternvertreter die Grenzen der Belastbarkeit von beitragszahlenden Familien mit Betreuungsbeiträgen an.
„Wir hoffen, dass die anstehenden Gespräche zwischen Elternvertreter, Verwaltung und Politik auch für die betroffenen Familien akzeptable und tragbare Ergebnisse hervorbringen können“, so die Vertreterinnen der beiden Gremien.
Am kommenden Donnerstag wollen der Stadtelternrat Minden und die Stadtschulpflegschaft Grundschulen Minden dem neuen Bürgermeister Michael Jäcke in der Stadtverordnetenversammlung gemeinsam einen Brief überreichen, in dem sie ihren Sorgen Ausdruck verleihen und um Gespräche bitten.
(Text: Stadtelternrat der Kindertageseinrichtungen Minden und Stadtschulpflegschaft Grundschulen Minden; Foto: Archiv)
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