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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sammelt Spenden

Minden -

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sammelt Spenden

„Am Volkstrauertag werden wir nicht nur der Opfer der beiden Weltkriege gedenken, sondern wir werden auch an die Opfer der gegenwärtigen kriegerischen Auseinandersetzungen erinnern“, das unterstrich der Vorsitzende des Volksbundes in Minden, Reinhard Tschapke, zum Auftakt der Haus- und Straßensammlung. Damit ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. am Puls der Zeit. Denn diese Aktualität spiegelt sich auch im Jahresmotto wider – das heißt „Flucht und Vertreibung“. Momentan sind rund 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht – rund 65 Millionen Menschen sind auch während der beiden Weltkriege gefallen und die heutigen Bilder erinnern stark an die Flüchtlings-Trecks nach dem Zweiten Weltkrieg. Das mache deutlich, so Tschapke, dass die Forderung „Nie wieder Krieg und wir wollen den Frieden“ weiter in die Gesellschaft getragen werden soll.

Bis zum 18. November sind in Minden Freiwillige mit einer Spendenbox unterwegs

Der erste stellvertretende Bürgermeister Egon Stellbrink machte bei der Auftaktveranstaltung darauf aufmerksam, dass die Arbeit nie zu Ende geht. Aus diesem Grund sei es sehr wichtig, dass die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sich Jahr für Jahr an der Haus- und Straßensammlung tatkräftig beteiligen, so Stellbrink. Er stellte heraus, dass rund ein Drittel der Gelder für die Kriegsgräberpflege allein durch das Engagement der Bundeswehr gesammelt wird. Das Geld wird für die Friedensarbeit des Volksbundes, für die Pflege der Kriegsgräberstätten, der Suche nach Gräbern aus beiden Weltkriegen und für die Jugendarbeit verwendet.

Dem Volksbund ist es wichtig, dass die jungen Menschen in die Pflicht genommen werden, denn die Zeitzeugen, die die Weltkriege erlebt haben, gibt es nicht mehr und sie werden immer weniger. Darauf reagiert der Volksbund mit zahlreichen Workcamps und der Zusammenarbeit mit Schulen, um Geschichte vor Ort erlebbar zu machen. „Wir müssen lauter werden und auf die jungen Menschen zugehen“, sagt Tschapke. In den vergangenen Jahrzehnten wurden tausende Jugendliche aus ganz Europa an den Kriegsgräberstätten mit der Vergangenheit konfrontiert. Die junge Generation solle mehr für den Frieden sensibilisiert werden. Aus diesem Grund sei es sehr erfreulich, dass die Veranstaltung zum diesjährigen Volkstrauertag auf dem Mindener Nordfriedhof wieder mit einer hohen Beteiligung von Jugendlichen auf die Beine gestellt werden konnte. Der Kreisgeschäftsführer des Volksbundes, Andreas Schädler, verdeutlichte mit einigen Zahlen die Wichtigkeit der Arbeit, denn es gibt 2,5 Millionen Gräber auf rund 800 Friedhöfen.

Oberstleutnant Markus Saecker hob die Rolle der Soldatinnen und Soldaten als Multiplikatoren hervor. Im Juli diesen Jahres waren zehn von ihnen in Frankreich und haben dort einen Friedhof wieder hergerichtet. Die Erlebnisse aus dieser Zeit werden mit Freunden und in der Familie diskutiert und helfen dadurch das Thema Kriegsgräberpflege wieder stärker in das Bewusstsein der Mitbürger*innen zu bringen, so Saecker.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge – Fakten und Zahlen

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, er unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.

Heute hat der Volksbund knapp 350.000 aktive Förderer sowie über eine Million Gelegenheitsspender und Interessenten. Mit ihren Beiträgen und Spenden, mit Einnahmen aus Erbschaften und Vermächtnissen sowie den Erträgen aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung finanziert der Volksbund zu etwa 70 Prozent seine Arbeit. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder. Im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen erfüllt der Volksbund seine Aufgabe in Europa und Nordafrika. In seiner Obhut befinden sich heute 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,7 Millionen Kriegstoten. Mehrere tausend ehrenamtliche und 571 hauptamtliche Mitarbeiter/innen erfüllen heute die vielfältigen Aufgaben der Organisation. Mehr Informationen zum Volksbund unter www.volksbund.de

(Text und Foto: Stadt Minden/Pressestelle)

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