Banner zu Taschen 2.0 70 weitere Unikate werden verkauft
Minden -

Weil die Produkte der Aktion „Banner-zu-Taschen“ im Dezember 2016 im Handumdrehen vergriffen waren, legt die Stadt Minden nun nach. Sie ließ aus dem noch vorhandenen Mesh-Material (grobmaschiger Stoff) weitere 70 Banner-Taschen produzieren. „Durch die feine, gewebeartige Gitterstruktur des Materials rauscht der Wind einfach durch, was beim Anbringen der Banner an den Weser- und Kanalbrücken unabdingbar war,“ erklärt Klimaschutzmanagerin Diana Berg das ungewöhnliche Material der Taschen. Diese eignen sich zum Beispiel hervorragend als Strandtaschen, weil sie leicht und trotzdem sehr robust sind.
Durch die praktische Größe von 45 mal 30 cm und einem breiten Boden von 15 cm passen sowohl große Handtücher als auch Getränke und Sonnenmilch in die praktische Umhängetasche hinein. Der Preis der Unikate liegt bei 13,99 Euro. Sie werden ab Freitag, 17. März, nachmittags über die Tourist-Information der Minden Marketing GmbH, Domstraße 2, verkauft.
Alles begann im Frühjahr 2016 mit der Imagekampagne „Zeig uns dein Plus“ zu dem neuen Stadtlogo. Als diese zu Ende gegangen war, stand die Frage im Raum, was mit den zahlreichen Werbebannern passieren soll. Die Klimaschutzmanagerin der Stadt Minden, Diana Berg, hatte die Idee zum Upcycling der Banner, also dem Wiederverwerten eines alten Produktes für ein neues hochwertiges. „Von der Idee war ich sofort begeistert, denn mit dem Upcycling-Projekt senden wir als Stadt eine klare Botschaft gegen die Wegwerfgesellschaft“, betont Bürgermeister Michael Jäcke.

Das Projekt ist in Kooperation zwischen der Klimaschutzmanagerin, der Öffentlichkeitsarbeit und der städtischen Wirtschaftsförderung entstanden. Die Mindener Banner wurden nach Bruchsal in Baden-Württemberg zum Verein Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen Bezirk Bruchsal-Bretten e.V. geschickt. Dort stellen beeinträchtigte Personen unterschiedliche Produkte aus Bannern her. Aber auch andere Dinge, wie robuste Sicherheitswesten für den Straßenbau, Decken mit Stoffetiketten oder auch Schalldämmung für Konzertsäle. Momentan arbeiten circa 1.200 Menschen, davon knapp 850 Mitarbeiter*innen mit Handicap, in sechs Werkstätten für den Verein.
Vor Ort machte sich die Mindener Klimaschutzmanagerin ein Bild von der Produktion. Zunächst wurden die PVC-Banner von den vorhandenen Ösen befreit, gestanzt und sorgfältig gereinigt. Zum Schutz der Mitarbeiter*innen wurde die Reinigung von Hand und mit Spülwasser und Lappen durchgeführt. Daher haben viele Taschen trotz Reinigung einen gewissen „Used-Look“. Im Anschluss nähte der Bereich Textilverarbeitung die Strandtaschen aus den Einzelteilen zusammen. „Es ist sehr beeindruckend zu sehen, welche filigrane und komplexen Arbeitsgänge von den teilweise schwerstbeeinträchtigten Menschen scheinbar mühelos ausgeführt werden“, berichtet Diana Berg nach dem Besuch in Bruchsal.
Die meisten Banner aus Minden konnten von der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen e.V. in Bruchsal wiederverwertet werden. Nur die, die zu schmutzig, zu dünn oder in einem schlechten Zustand waren, wurden aussortiert. In der Werkstatt können sowohl PVC, Mesh als auch Fahnenstoff verarbeitet werden. Dabei reicht die angebotene Produktpalette von diversen Taschenformaten über Tablet- und Smartphone-Hüllen hin zu Schürzen und Turnbeuteln. Da es keine Mindestbestellmenge gibt, können sogar einzelne Banner bearbeitet werden. „Jedes Produkt ist einzigartig und unterscheidet sich in Muster und Farbe“, so Berg.
Verein Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen Bezirk Bruchsal-Bretten e.V.
Der Verein Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen Bezirk Bruchsal-Bretten e.V. setzt sich bereits seit 1963 für die Förderung von Menschen mit Behinderungen ein. Mittlerweile arbeiten dort circa 1.200 Menschen, davon knapp 850 Mitarbeiter*innen mit Handicap in sechs Werkstätten. Dabei handelt es sich sowohl um Senioren, als auch junge Erwachsende sowie Menschen mit Burnout, die eng zusammen arbeiten. Weiterhin gibt es auch das Angebot der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Außenarbeitsgruppen in umliegenden Firmen oder einzelnen betrieblich integrierten Arbeitsplätzen außerhalb der Werkstätten. Zusätzlich gibt es fünf Wohnheime, die in unmittelbarer Nähe der Werkstätten liegen.
(Text und Fotos: Stadt Minden)
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