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Fortbildungsveranstaltung zur rechtlichen Betreuung

Minden-Lübbecke -

Fortbildungsveranstaltung zur rechtlichen Betreuung

Foto: 1. Reihe unten v.l. Ilona Walter, Ute Kirchhoff, Elisabeth Steimann, Andrea Kruse, Karin Lohkamp; 2. Reihe Mitte v.l. Eike Südmeier, Hans-Ulrich Kehnen, Referent Dr. Michael Hipp; 3. Reihe oben v.l. Wilhelm Rohlfing, Katja Mehwald, Landrat Dr. Ralf Niermann, Dezernent Hans-Joerg Deichholz (Foto: Sarah Golcher / Kreis Minden-Lübbecke)

Manche Menschen geraten im Laufe ihres Lebens aus dem Lot, erkranken psychisch und benötigen eine gesetzliche Betreuung. Für Angelegenheiten der gesetzlichen Betreuung ist die Betreuungsstelle des Kreises Minden-Lübbecke die zuständige Behörde. Bereits zum 13. Mal hat diese eine Fortbildungsveranstaltung für Fachkräfte aus dem Betreuungswesen und aus den Bereichen Justiz, Medizin, Pflege und Verwaltung organisiert. Dr. med. Michael Hipp, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Hilden führte als Referent und Ansprechpartner in den Themenkomplex: „Rechtliche Betreuung von psychisch erkrankten Menschen im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle“, ein. Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen im Kreishaus in Minden zusammen, ein bisheriger Rekord im Rahmen dieser Fortbildungsveranstaltungen. Die Veranstaltungen der Betreuungsbehörde sind über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und auch in diesem Jahr waren Fachleute aus den angrenzenden Regionen Herford, Lippe, Bielefeld sowie aus den niedersächsischen Nachbarkreisen Osnabrück, Nienburg und Schaumburg zu Gast.

„Rechtliche Betreuung von psychisch erkrankten Menschen im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle“

Landrat Dr. Ralf Niermann betonte zu Beginn der Veranstaltung die bedeutende Arbeit der Betreuerinnen und Betreuer: „Ihre Aufgaben und Tätigkeiten sind vielfältig und anspruchsvoll. Denn es geht darum, Entscheidungen für eine dritte Person zu treffen, die dazu nicht mehr in der Lage ist. Es ist Ihre Aufgabe, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die betroffene Person wohl entschieden hätte. Eine große Herausforderung und eine große Verantwortung.“

Hans-Ulrich Kehnen, Leiter der Betreuungsbehörde erklärte: „ Der Umgang mit Menschen, die psychisch erkrankt sind ist anspruchsvoll. Viele dieser Menschen verhalten sich anders als erwartet. Sie reagieren in einer Art und Weise, die wir als nicht passend oder befremdlich erleben. Manche leben in einer Welt, die uns nicht zugänglich ist.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung waren sich abschließend einig, dass Dr. Hipp es verstanden habe, erkrankungsbedingte Vorgänge im Gehirn so mit dem Alltagserleben der Menschen zu verknüpfen, dass das Verständnis für die psychischen Erkrankungen ihrer Klienten jetzt viel klarer sei. Zuvor unverständliches Verhalten könne jetzt viel besser erklärt werden.

Bei vielen psychisch erkrankten Menschen kommt es zu nachhaltigen Beeinträchtigungen von Belastungsfähigkeit und Kontaktfähigkeit. Aufgrund ihrer misstrauischen Grundhaltung und unzureichenden Krankheitseinsicht lehnen chronisch psychisch kranke Menschen therapeutische Hilfsangebote oft ab. Um dem Unterstützungsbedarf dennoch gerecht zu werden, hilft es, sich mit den Besonderheiten der Erkrankungen gut auszukennen und mit den Fachinstitutionen in der Versorgungsregion zu kooperieren.

(Text: Kreis Minden-Lübbecke)

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