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Fotoausstellung 'Mahnende Erinnerung' in Hausberge

Porta Westfalica -

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Dieses Bild trägt den Titel „Vom Atombunker zum Freizeitloft“ und zeigt die Bunkersiedlung in Twisteden, in der ehemalige Munitionsbunker zu modernen Wohnungen umgebaut wurden. Foto: Dieter Blase

Im Februar und März 2026 zeigt die KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica die Fotoausstellung „Mahnende Erinnerung. Fotografien von Dieter Blase zu Mahn- und Gedenkorten in Nordrhein-Westfalen“ in der Katholischen Kirche St. Walburga in Porta Westfalica-Hausberge. 

Die Eröffnung der Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen fand in der Kirche am 23. Februar 2026 um 18:00 Uhr statt. Interessierte Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, Spenden zugunsten der Gedenkstättenarbeit werden gerne entgegengenommen. 
Die Ausstellung ist bis zum 22. März 2026 in St. Walburga (Hauptstraße 7, 32457 Porta Westfalica) zu sehen. Die Kirche ist außerhalb der Gottesdienstzeiten von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. 
Die Erinnerungskultur prägt die deutsche Geschichte der Nachkriegszeit bis heute. Sie gilt als ein Indikator für eine offene und demokratische Gesellschaft. Der Land¬schaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) initiierte vor diesem Hintergrund die Wanderausstellung „Mahnende Erinnerung. Fotografien von Dieter Blase zu Mahn- und Gedenkorten in Nordrhein-Westfalen“. Mit seinen Bildern lenkt der Fotograf Dieter Blase (1953-2023) den Blick auf zahlreiche Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen und regt zum Nachdenken über die Gegenwart und Zukunft der Erinnerung an. 

Erinnerungsorte und Gedenkstätten sind Teil der kulturellen Landschaft. So existieren an historischen Orten, die oft „Tatorte“ der Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes waren, größere und kleinere Gedenkstätten. Neben den „Tatorten“ rücken weitere Orte wie ehe¬malige Wohnhäuser oder Arbeitsstellen das Gedenken an die Opfer der Verfolgung in den Mittelpunkt. Auch zahlreiche Denkmäler, öffentliche Plätze und künstlerische Interventionen halten die Erinnerung wach. Schließlich mahnen die baulichen Überreste von Krieg und Verfolgung, die Schrecken der Vergangenheit nicht zu vergessen.
Der Fotograf Dieter Blase hat in den vergangenen Jahren zahlreiche dieser Orte in Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Ländern besucht und fotografisch festgehalten. „Die künstlerische Fotografie ist ein besonders gut geeignetes Medium, um die heutige Realität der Erinnerungsorte zu reflektieren“, erläuterte Blase. Unter dem Motto „Erinnern, um zu mahnen“ entstanden so unterschiedliche Motive wie zum Beispiel Details des Wohnhauses der jüdischen Familie Humberg aus Hamminkeln-Dingden (Kreis Wesel), die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurde, die Front eines zu einer modernen Wohnung umgebauten ehemaligen Munitionsbunkers in Twisteden (Kreis Kleve) oder die Europafahne auf dem Gelände des heutigen Internationalen Platzes Vogelsang IP im Kreis Euskirchen, einem Bauensemble aus der Zeit des Nationalsozialismus, das als so genannte „Ordensburg“ der Schulung des Nachwuchses der NSDAP diente. 

Die im Stil der Neuen Sachlichkeit gehaltenen Bilder interessieren sich für Details und Strukturen und werfen einen nüchternen Blick auf die Gegenwart der Erinnerungsorte. Gerade dadurch schaffen sie einen Kontrast zu dem oft schrecklichen historischen Geschehen. Die Betrachtenden sind eingeladen, diesem Blick zu folgen und den eigenen Umgang mit der Vergangenheit kritisch zu hinterfragen. Auch der Künstler ist den Erinnerungsorten nicht neutral gegenübergetreten. Seine persönlichen Reflexionen, Gedanken, subjektiven Einordnungen und Assoziationen hat er als begleitende Texte für die Ausstellung festgehalten. Diese Texte verdeutlichen die besondere Perspektive und den Blick des Fotografen.
„Die Erinnerungs- und Gedenkkultur steht heute vor neuen Herausforderungen: Das Verschwinden der Zeitzeugen und die mediale Aufbereitung der Vergangenheit beeinflussen zunehmend die Erinnerung. Die Arbeiten von Dieter Blase, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in dieser Wanderausstellung präsentiert, liefern Anknüpfungspunkte, um über den Inhalt und die Wirkung fotografischer Dokumentation zu reflektieren“, so Heike Kropff, Leiterin des LWL-Museumsamtes.

Der Künstler

Dieter Blase (1953-2023) studierte von 1976 bis 1980 Grafik- und Fotodesign bei Heinrich Riebesehl in Hannover. Seit 1998 arbeitete er als freier Künstler und war an zahlreichen Ausstellungsprojekten im In- und Ausland beteiligt.

Quelle: KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.

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