Online-Magazin für Minden und Umgebung

Jahrelange Arbeit an der Klimaresilienz des Kreises

Minden-Lübbecke -

https://www.hallo-luebbecke.de/data/Bildarchiv/2025/202503_Marz/20250322_hallo_minden_kreis_klimafolgen_Runder_Tisch_Gruppenbild.jpg

Foto: Dagmar Selle/Kreis Minden-Lübbecke

Hitzeaktionspläne für die Gesundheit, Hochwasser- und Starkregenschutz, Waldumbau, Schwammstadt, Klimaallianz in der Landwirtschaft, Entwicklung der Grundwasserstände, Moore im Fokus, Bauleitplanung, Gartenumgestaltung, Regenwassernutzung – es gibt immer mehr Antworten auf drängende Fragen des fortschreitenden Klimawandels. Auf seiner aktuellen Tagung im Kreishaus in Minden hatte der Runde Tisch Klimafolgen des Kreises Minden-Lübbecke in vielen Bereichen über konkrete Schritte und Projekte zu berichten. So gab die Stadt Minden erste Einblicke in ihr geplantes Klimaanpassungskonzept, es ging um die Renaturierung der Werre und die interkommunale Kooperation entlang des Gewässers, die positive Wirkung von so genannten Biodiversitätsgründächern, Klimageschichten aus der Region aus Land- und Forstwirtschaft, den Risikofaktor Starkregen und die Planung der diesjährigen Klimaanpassungswoche im September.
 
Dezernent Matthäus Schmidt gab in seiner Begrüßung einen Überblick über die anstehenden Herausforderungen: Neben den gesundheitlichen Risiken werden auch die Kosten des Klimawandels für Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland immens steigen – bis 2050 zwischen 280 und 900 Milliarden Euro, wie eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ergab. Der Naturgefahrenreport 2024 der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt: 2023 sind allein 5,6 Mrd. Euro Schäden durch Sturm, Hagel und Überschwemmung in der Sach- und Kfz-Versicherung entstanden. „Wir sind also gut beraten, wenn wir alles daransetzen, den Klimawandel auf unter 2 °C Erwärmung einzudämmen und gleichzeitig weitreichende Klimaanpassungsmaßnahmen in fast allen Lebensbereichen umsetzen, um die bereits eingetroffenen Veränderungen abzumildern.“
 
Den Teilnehmenden am Runden Tisch ist klar: Je besser wir uns vorbereiten, desto weniger hart werden uns die Folgen treffen. Landwirtschaftskammer, Regionalforstamt, Verbraucherzentrale, Bildungseinrichtungen, die Bereiche Umwelt-, Gesundheits-, Bau- und Planungsamt des Kreises Minden-Lübbecke, die Klimaschutzmanager und Stadtplaner auch der Städte und Gemeinden – die Runde derer, die sich regelmäßig austauschen, informieren und gemeinsame Projekte planen, wird immer größer.
 
„Tatsache ist: Es gibt in fast allen Bereichen Potentiale für klimagerechte Planung, die angepackt werden müssen – und hier sitzen Menschen, die genau das tun“, sagt Klimaanpassungsmanagerin Leona Aileen Eichel, die den Runden Tisch für den Kreis Minden-Lübbecke koordiniert. „Der Klimawandel betrifft alle Lebens- und Arbeitsbereiche, und deshalb ist es äußerst sinnvoll, übergreifend zu denken und zu handeln.“ Erste gemeinsame Gespräche hatte es schon nach den klimabedingten Veränderungen im Kreisgebiet 2019 gegeben: Das Grundwasser war gesunken, Wassernutzungsverbote mussten ausgesprochen werden. Die Trockenheit der Bäume war zu einer Gefahr für die Menschen geworden und die Trockenheit der Moore im Kreisgebiet hatte dazu geführt, dass Kreisstraßen abgesunken waren. Die Landwirtschaft trifft der Klimawandel beispielsweise durch Erosionen, Wasserknappheit oder zu anderen Zeiten durch Starkregen – um nur einige wenige Beispiele zu nennen. In all diesen Bereichen arbeiten Menschen kontinuierlich daran, die Schäden des Klimawandels einzudämmen.

Teilnehmende sind (siehe auch Foto):
 
Holger-Karsten Raguse und Annette Uhr (Wald und Holz NRW, Regionalforstamt), Dr. Bernhard Rump (Landwirtschaftskammer NRW), Kerstin Pahnke (Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Minden), Ramona Gieseking (Moorhus, Bildung für nachhaltige Entwicklung), Carina Hoppmann (Stadt Porta Westfalica), Pia Steffenhagen-Koch (Bündnis ländlicher Raum e.V.), Heiner Müller (Landwirt), Eckard Nolting (Stadt Bad Oeynhausen), Michael Duffe (Stadt Rahden), Celestine Kumlehn (Stadt Bad Oeynhausen), Julia Bachmann (Stadt Espelkamp), Ute Hildebrandt (Gemeinde Hille), Marie Bergmann (Stadt Herford), Sarah Bredemeier, Desirée Heggemeier und Lena Bünck (Stadt Minden), Sascha Golnik und Andreas Ens (Aufbaugemeinschaft Espelkamp GmbH), Niklas Hein (Gemeinde Hüllhorst), Tore Mayland-Quellhorst (Biologische Station Minden-Lübbecke), Jana van Buuren und Guido Niemeyer (vhs Minden), Stefanie Carls (Regionalmanagement), für den Kreis: Dezernent Matthäus Schmidt, Umweltamtsleiterin Martina Vortherms, Leona Aileen Eichel, Dr. Frederik Wegener, Pia Driftmann, Stefanie Zienc, Dr. Christian Adam, Sibylle Jeworutzki, Manuela Neißner, Eric Darlath, Tim Brunkhorst (TIM BRUNKHORST FILM).

Quelle: Kreis Minden-Lübbecke

Das ist auch interessant:

Heimat-Preis für Minden: Jetzt noch Vorschläge einreichen

Abendunterhaltung für jeden Geschmack live in Stemwede

Hier wird geblitzt

Aktuelle Verkehrsmeldungen

Anzeige

Eigenanzeige-HaMi-2020-55cent-848x457