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Rätsel um Uphauser Beil aus der Jungsteinzeit gelöst

Minden -

Rätsel um Uphauser Beil aus der Jungsteinzeit gelöst

Ein außergewöhnliches Steinbeil aus grünem Jadeit aus der Sammlung des Mindener Museums wird zurzeit in der archäologischen Landesausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“ des Landes NRW im Landesmuseum Bonn gezeigt. Die Herkunft des Beils war lange Zeit ungewiss. Erst der frühere Leiter der Bielefelder Archäologie-Außenstelle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Daniel Bérenger, konnte dank intensiver Nachforschungen das Rätsel lösen.

Er ließ das grünliche Gestein zerstörungsfrei mithilfe einer Farbskala von Mitarbeitern des internationalen JADE-Forschungsprogramms untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mindener Steinbeil um Jadeit vom Monte Viso bei Turin handelt. Dieses auch heute noch kostbare Gestein ist sehr selten. Es wurde in der Jungsteinzeit aufgrund seiner Zähigkeit und Härte zu Beilen verarbeitet. Die Bearbeitung war mühsam und zeitaufwendig. Größere Beile, wie das aus der Sammlung des Mindener Museums, waren vermutlich weniger profane Werkzeuge als Gegenstände mit einer religiösen oder sozialen Funktion. Der Transport des ursprünglich vom Monte Viso stammenden Gesteins bis nach Minden verdeutlicht, wie mobil die Menschen der Jungsteinzeit tatsächlich waren. Es belegt auch, dass die Menschen vor 12.000 Jahren über weite Strecken Handel betrieben.
Recherchen in den Archiven des Mindener Museums und der Außenstelle Bielefeld belegen, dass das Jadeitbeil im Jahr 1931 im Ackerland bei Uphausen an der Nordseite des Wiehengebirges gefunden wurde. Erst im Jahr 1954 gelangte das Beil durch einen Ankauf des damaligen Museumskuratoriums aus einer privaten Sammlung ins Mindener Museum.

Die Ausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“ läuft noch bis zum 3. April im Landesmuseum Bonn. Sie thematisiert den umwälzenden Umbruch vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. Erstmals werden in der großen Schau die Auswirkungen des enormen gesellschaftlichen Wandels, der sich in der Zeit von Ötzi und Stonehenge vollzog, brennenden Fragen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gegenüber gestellt – von Überbevölkerung und Überschussproduktion bis hin zu Ernährung und Klimawandel. In einem zweiten Abschnitt widmet sich die Schau den bedeutendsten archäologischen Funden Nordrhein-Westfalens aus den vergangenen fünf Jahren, darunter der Sensationsfund des ältesten Waldes unserer Erde. Insgesamt rund 1.000 Objekte aus Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen aus ganz Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa, darunter eine Vielzahl noch nie zuvor ausgestellter Funde, machen dieses umfassende Ausstellungsprojekt zu einem einzigartigen überregionalen Ereignis. Vom 2. Juli 2016 bis zum 26. Februar 2017 wird die Ausstellung im Lippischen Landesmuseum Detmold und vom 3. Juni bis zum 22. Oktober 2017 im LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne gezeigt. Nähere Informationen unter http://www.revolution-jungsteinzeit.de/

Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.
Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder museum@minden.de.

(Text und Foto: © Mindener Museum)

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