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Rückbau alter Militärzäune im Naturschutzgebiet Minderheide

Minden -

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Foto: Carola Fürste/Kreis Minden-Lübbecke

Im Naturschutzgebiet Minderheide werden alte Militärzäune abgebaut. Diese Maschendrahtzäune sind ein Relikt aus der Zeit der militärischen Nutzung des Geländes. Sie sehen nicht nur unschön aus, sie stellen auch eine Verletzungsgefahr und ein massives Wanderungshindernis für Wildtiere dar. In Teilbereichen wurden die Zäune bereits nach der Schutzgebietsausweisung zurückgebaut. Die verbliebenen Zäune werden jetzt entfernt. Der Rückbau erfolgt im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Eigentümerin der Flächen ist.
 
Der Ausweisung des Naturschutzgebietes Minderheide mit einer Fläche von gut 30 Hektar ging eine lange bewegte Geschichte voraus: So diente das Gelände als preußischer Exerzierplatz, als Kriegsgefangenenlager, als Übungsgelände der Wehrmacht, als Flugplatz und zuletzt als Übungsgelände der britischen Streitkräfte. Zeitweise wurden die Flächen extensiv mit Schafen und Kühen beweidet.
 
Nach dem Abzug der britischen Streitkräfte 1993 wurden die Flächen dem Bundesvermögensamt zurückgegeben, die jahrhundertelange militärische Nutzung fand ein Ende. Zurück blieb eine Fläche, die aufgrund der militärischen Nutzung über Jahrhunderte einer lebhaften Dynamik unterlag und die gleichzeitig von intensiven Landnutzungen verschont geblieben war. Unter diesen Bedingungen hat sich ein vielfältiges Mosaik verschiedener Biotope entwickelt: nährstoffarmes, feuchtes und nasses Grünland, Altgras- und Hochstaudenflächen, Pionierstandorte, Wasserflächen, die mal länger, mal kürzer überstaut waren, Einzelbäume und Kleingehölze. Hier fanden und finden zahlreiche heute seltene Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum. Insbesondere die beschriebenen Offenlandbiotope sowie die dauernden und zeitweisen Kleingewässer sind in der heutigen intensiv genutzten Landschaft äußerst selten geworden und deshalb unbedingt schützenswert.
 
Seit Ende der militärischen Nutzung ist es Aufgabe der Unteren Naturschutzbehörde, gemeinsam mit den Nutzern und der Eigentümerin der Fläche diese seltenen Biotope zu erhalten und die Entwicklung des Gebietes zu lenken. So wurde eine extensive landwirtschaftliche Nutzung (extensive Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern, extensive Wiesennutzung) im Gebiet etabliert. Es wurden zahlreiche Kleingewässer angelegt. Gehölze im Umfeld der Gewässer wurden und werden von Zeit zu Zeit entfernt. Auch eine gelegentliche Entschlammung der Gewässer ist notwendig. Ziel ist es dabei, ein Nebeneinander von Gewässern verschiedener Entwicklungsstadien zu sichern.
 
Bei dieser Gelegenheit weist die Untere Naturschutzbehörde noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass das Betreten der Naturschutzgebietsflächen nicht gestattet ist. Es führt ein Wanderweg durch die Minderheide, hier können Spaziergänger die besondere Atmosphäre des Gebietes genießen. Hunde sind dabei unbedingt an der Leine zu führen, um die Wild- und Weidetiere nicht zu beunruhigen und aufzuscheuchen. Auch könnten die weidenden Schottischen Hochlandrinder einen Hund angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Quelle: Minden Lübbecke

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