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So ist die aktuelle Corona-Lage im Kreis Minden-Lübbecke

Minden-Lübbecke -

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Landrätin Anna Bölling

Der Kreis Minden-Lübbecke lud gestern zu einer Pressekonferenz ein, um einen aktuellen Überblick über die Corona-Lage zu geben. Neben Landrätin Anna Katharina Bölling waren der Krisenstab und Vertreter der Mühlenkreiskliniken dabei. Sie gaben Auskünfte zum Ausbruchsgeschehen, zur Auslastung der Kliniken und zum Impfzentrum.

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Mühlenkreiskliniken sehen sich gut gewappnet auch bei größerer Eskalation

Reichen die Intensivbetten der Mühlenkreiskliniken auch bei höherer Anzahl schwererer Verläufe? Diese Frage beantwortete Prof. Dr. med. Bernd Bachmann-Mennenga vom Johannis Wessling Klinikum (JWK) mit ja. Das JWK verfüge über eine reine Covid-19-Station für 15 Patienten. Eine weitere Station wird derzeit zum Teil genutzt, hier kommen fünf weitere Betten hinzu. Sollte der Bedarf steigen, könnte diese Station komplett geöffnet werden. Dann stünden weitere 18 Betten zur Verfügung. Bei noch höherem Bedarf stünde noch eine weitere Station zur Verfügung, die derzeit von operierten Nicht-Covid-Patienten nach Operationen belegt wird. Diese könnte wieder zunächst zum Teil geöffnet werden und danach komplett. Diese Prozesse wirken sich auf die übrigen Aufgaben im Klinikum bereits aus, stellt Bachmann-Mennenga klar. Es werde versucht die Kapazitäten der gesamten Kliniken innerhalb des Verbunds zu optimieren und gegebenenfalls Patienten auszutauschen. Eine Notfallversorgung sei hingegen zu jeder Zeit gesichert. Der Pflegedirektor des JWK Bernd Mühlenbruch ergänzt, beim Personal hätte man derzeit auch keine Sorgen, da Mitarbeiter von sich aus angeboten haben auf Urlaub zu verzichten. "Dieses Angebot haben wir gerne angenommen", so Mühlenbruch. 

Das Ausbruchgeschehen im Altkreis Lübbecke

Die Stadt Espelkamp hat aktuell ein sehr hohes Aufkommen von Neuinfizierungen. Die Inzidenz lag gestern bei 500,36. Im Vergleich zum gesamten Kreis mit 174,9 wird deutlich, wie ernst die Lage ist. Allgemein bewegen sich die Zahlen in Lübbecke, Pr. Oldendorf, Rahden und Espelkamp auf hohem Niveau. Der Kreis Minden-Lübbecke hat sich daher dazu entschieden eine eigene Corona-Schutzverordnung für Espelkamp aufzulegen. Diese gilt seit Samstag. (Hier geht es zur Verordnung)

Dezernatsleiter Hans-Joerg Deichholz berichtet: "Das Ausbrauchgeschehen ist diffus. Es lässt sich nicht auf einen Hotspot oder ein Ereignis zurückführen. Das macht es schwierig Kontakte nachzuverfolgen. Schulen sind ebenfalls keine Hotspots, vielmehr lässt sich sagen, dass große Familienverbände die Weitergabe des Virus begünstigen." Landrätin Anna Bölling appeliert: "Die Menschen sollten sich mit möglichst wenigen anderen treffen, nicht alles, was erlaubt ist, sollte auch ausgereizt werden. Die beste Möglichkeit das Virus aufzuhalten ist Abstand." Außerdem erklärte sie, dass ab einer Inzidenz von 300 weitere lokale Maßnahmen notwendig seien. Das beträfe dann auch einzelne Städte und Gemeinden im Kreis, wie man nun am Beispiel von Espelkamp sehen konnte.

Impfzentrum in Unterlübbe

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz gab Kreisdirektorin Cornelia Schöder Informationen zum Impfzentrum bekannt. "Den Standort in Unterlübbe haben wir bewusst gewählt, weil er die nötigen Vorgaben erfüllt und aus dem gesamten Kreis gut zu erreichen ist. Die Anbindung über die B 65 ist optimal. Am 15. Dezember muss das Impfzentrum einsatzbereit sein, allerdings wird dann dort noch nicht geimpft. Zunächst dient die Sporthalle als Basis der mobilen Impfteams. Diese werden Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen anfahren und die Bewohner vor Ort impfen," führt Cornelia Schöder aus. 

Hans-Joerg Deichholz ergänzt, "der Impfstoff von Biontech wird wohl als erster verfügbar sein. Dieser muss in zwei Dosen geimpft werden, mit einer Pause von drei Wochen. Das ist alleine schon eine besondere logistische Herausforderung. Der Impfstoff muss zudem sehr schnell verimpft werden, da haben wir nur ein Zeitfenster von sechs Stunden. Eine Lagerung im Impfzentrum soll nicht stattfinden, deshalb müssen wir den Bedarf genau berechnen und gezielt bestellen. Dieser Prozess wird sich wahrscheinlich bis Ende Januar ziehen." "Es wird eine definierte Reihenfolge für die Impfung geben. Erst die Bewohner gefährdeter Einrichtungen, dann Polizei und Feuerwehr sowie medizinisches Personal und danach dann die Bevölkerung. Diese Reihenfolge legt das Land fest," ergänzt Cornelia Schöder.

Wie sieht es bei den Schulen im Kreis aus?

Dr. Elke Lustfeld, Gesundheitsamtleiterin, ist froh, dass die Schulen im Kreis Minden-Lübbecke eine ausgesprochen gute Arbeit leisten. "Bisher konnten wir in den Schulen nur kleine Ausbrüche verzeichnen, auf die wir sehr gut reagieren konnten. Die Schulen senden uns täglich Lehrerlisten und Schülerlisten mit Sitzplänen. Somit ist es uns möglich gezielt auf Ausbrüche zu reagieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Auch die Maskenpflicht wird vorbildlich eingehalten." Eine Baustelle gibt es hier aber dennoch, der Schülerverkehr in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dr. Elke Lustfeld: "Das Problem ist uns bekannt, eine Regelung haben wir dafür noch nicht parat. Weitere Maßnahmen hängen mit der neuen Coronaschutzverordnung zusammen, die ab Dienstag gültig wird. Das wird man erst abwarten müssen. Wir hoffen die Situation bald entzerren zu können."

(Text und Foto: Hallo Minden)

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Corona-Virus im Kreis Minden-Lübbecke - Stand heute

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