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Spieletag des CVJM Lübbecke fand erneut großen Zuspruch

Lübbecke -

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Ein paar Murmeln geklickt in ein selbstgebautes Papphaus. Viele kleine Steine und ein Holzbrett voller Mulden. - Spiele, die gern in anderen Ländern gespielt werden - und die beim großen Spieletag des CVJM in Lübbecke auch heimische kleine und große Spielefreunde begeisterten.

Wie vielfältig allein die Welt der Spiele über Kulturen hinweg sein kann, zeigte die 21. Auflage der beliebten Veranstaltung am Sonntag im Gemeindehaus an der St.-Andreas-Kirche. Für viele Besucher ist der Spieletag ein fester Termin im Jahreskalender, andere nutzten erstmalig die Gelegenheit, angesichts der schlechten Witterung einfach einmal einen abwechslungsreichen Nachmittag im Warmen zu verbringen. Sie alle hatten eines gemeinsam: Sie fanden den Spieletag klasse.

„Proppevoll“ war es schon zu Beginn am frühen Nachmittag. Rund 500 Spiele - Kinderspiele, Strategie- oder Quizspiele für jede Altersgruppe und 30 Neuerscheinungen aus dem Jahr 2017 standen bereit, um getestet oder ganz einfach gespielt zu werden. Auch die Spiele des Jahres wie „Kingdomino“ (ab 8 Jahren), „Icecool“ (ab 6) und „Exit“ (ab 12) durften in der Bandbreite der Neuerscheinungen nicht fehlen.

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Neben der unendlich anmutenden Spielevielfalt gab es in diesem Jahr eine ganz besondere Spieleecke: „Wir haben Spiele aus anderen Kulturen zusammengestellt, die hier gespielt werden können. Einige lassen sich ganz einfach selbst herstellen wie das Murmelspiel“ aus China“, berichtet CVJM-Mitarbeiterin Janine Bein. Gemeinsam mit Sandra Blome habe sie im Rahmen der „Diversity“-Aktionswochen, mit denen der Kreis Minden-Lübbecke gemeinsam mit den Kommunen ein Zeichen für die Vielfalt als Bereicherung der Gesellschaft setzen möchte, in den hiesigen Flüchtlingsgruppen und im „Cafe International“ nach beliebten Spielen in der Heimat gefragt. „Was in Syrien oder anderen Staaten vor allem Erwachsene spielen, finden hier auch schon die Kinder toll“, erzählt sie mit Bezug auf das Steinespiel „Kalaha“, ein Spiel, das beim Spieletag sehr gefragt war.

Nicht nur aus der Stadt am Fuße des Wiehen, sondern aus der ganzen Region bis hin zur nördlichen Landesgrenze lockte der Nachmittag zahlreiche Spielbegeisterte. „Wir waren schon beim Spieletag als wir noch keine Kinder hatten“; so Ulrich und Simone Köster aus Pr. Oldendorf. Mit den Kindern Kendra und Kilian geht es mittlerweile zu viert begeistert an den Spieletisch. Auch Bettina Wehebrink aus Rahden-Tonnenheide lockt es jedes Jahr aufs Neue mit ihren Töchtern Janne und Louisa zu der Veranstaltung. „Das hat bei uns Tradition, obwohl wir zu Hause selbst sehr viele Spiele haben.“ Zum ersten Mal dabei und völlig begeistert waren Timo und Heike Eifert aus Lübbecke mit ihren Kindern Samantha und Diego. „Es ist toll, dass man sich hier mit den Kindern eine spielerische Auszeit gönnen kann. Man hat einfach Zeit für die Familie.“ Zwischendurch konnten sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen stärken.

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„Die Resonanz auf unseren Aktionstag ist ungebrochen ", freute sich Bodo Borchard, bei dem die Fäden zusammenliefen. Allein 300 Spiele stammten von seinem CVJM-Kollegen Torsten Horstmann, der die Veranstaltung jedes Jahr mit seinem privaten Spielefundus bereichert. Borchard und sein rund 30-köpfiges Mitarbeiterteam berieten auch gerne und gaben Spielempfehlungen. „Trotz des Medienzeitalters wird gerade zu Weihnachten in vielen Familien immer noch ein Spiel geschenkt. Da bietet sich das Ausprobieren hier an.“ Im Jugendkeller wurde zudem das Gebrauchtspielangebot erneut gut angenommen, obwohl die angebotenen Second-Hand-Spiele weniger werden.

„Das Gesellschaftsspiel hat sich über die Jahre verändert, doch noch immer ist das Tischspiel ein attraktiver Gegenpol zum PC-Spiel“, weiß Borchard. Die Tischspiele von heute seien anspruchsvoller und komplexer geworden. Das einfache ‚Mensch ärgere Dich nicht’ oder ‚Monopoly’ gerate immer mehr in den Hintergrund. „Es gibt mittlerweile Spiele, für die finden sich feste Gruppen regelmäßig zusammen, kaufen teure Ergänzungen und Figuren, um ihr Spiel immer weiter gemeinsam auszugestalten. Das ist eine Nischenklientel im positiven Sinne, der wir beispielsweise Räume für die Zusammenkunft bieten“, berichtet Borchard. Im Gegensatz zu Spielexzessen alleine vor dem PC kämen die Menschen hier in gemütlicher Runde zusammen und würden miteinander reden.

(Text und Fotos: Anja Schubert)

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