Uli Borowka liest zum Jubiläum des Präventiven Rates
Minden -

Foto v.l.: Ilka Gerhold (Präventiver Rat), Uli Borowka, Mareike Awolin (Präventiver Rat) (© Maren Hägermann)
Der Präventive Rat des Kreises Minden-Lübbecke hat zu seinem 20-jährigen Bestehen den Buchautor und ehemaligen Fußballprofi Uli Borowka eingeladen, aus seinem Buch „Volle Pulle: Mein Leben als Fußballprofi und Alkoholiker“ zu lesen. Rund 120 Besucherinnen und Besucher kamen in dem VIP-Raum der Kampa-Halle zusammen, um dem ehemaligen Werder Bremen Profi und heutigen Buchautor zuzuhören. Ausführlich und offen berichtet er über die Zeit in seinem Leben, in der er durch seine Alkoholabhängigkeit am Tiefpunkt angekommen war. Er schildert aber auch die Unterstützung, die er bekommen hat, um einen Weg aus der Alkoholsucht zu finden.
Landrat Dr. Ralf Niermann bedankte sich in seiner Eröffnungsrede für das Engagement des Präventiven Rates in den letzten 20 Jahren. Er wies darauf hin, dass im Jahr 2016 bundesweit 22.309 junge Menschen zwischen 10 und 19 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurden und diese Zahl bundesweit gestiegen ist. Im Kreisgebiet sei der Trend hingegen rückläufig. „Das ist ein Zeichen für die gute Arbeit des Präventiven Rates und ein Ansporn, seine erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.“, so Niermann.
Themen wie Sucht und Suchterkrankungen sind heutzutage in Deutschland immer noch nicht gesellschaftsfähig und es wird nicht offen darüber gesprochen. Das meint Uli Borowka und spricht dabei aus eigener Erfahrung. Jahrelang habe er daher seine Alkoholerkrankung vor der Öffentlichkeit verheimlicht. Sein großes Anliegen ist es jetzt, offen über Suchterkrankungen zu sprechen und dabei auf die teilweise mangelhafte Präventionsarbeit in Schulen und Vereinen aufmerksam zu machen. Aus seiner Sicht muss dort mehr Präventionsarbeit angeboten werden, um Kindern bessere Voraussetzungen und die Chance auf ein suchtfreies Leben zu bieten.
Borowka selbst reist viel durch Deutschland, um in Lesungen in Schulen, Sportvereinen oder Unternehmen mit seiner Geschichte auf das Thema aufmerksam zu machen. Es geht ihm dabei auch darum Spenden zu akquirieren, um Suchtpräventionsprojekte zu unterstützen. Ihm ist es ein wichtiges Anliegen, dass mehr präventive Arbeit geleistet wird – das wird deutlich, wenn man Borowka zuhört und seinen Weg in den letzten Jahren verfolgt hat. Gerade den leichtfertigen Umgang mit Alkohol im Sport und die fehlende Vorbildfunktion der Erwachsenen prangert er an.
Sport leistet einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen. Sport muss daher weiterhin ein wichtiges Instrument für die Stärkung von Lebenskompetenzen und Teamgeist und dem körperlichen und seelischen Ausgleich bleiben. Diese Auffassung vertritt nicht nur Borowka, sondern auch der Präventive Rat. „Wir freuen uns sehr, Uli Borowka für diese Veranstaltung gewonnen zu haben,“ sagt Mareike Awolin, Koordinatorin des Präventiven Rates im Kreis Minden-Lübbecke. „In Deutschland ist Alkohol immer noch sehr gesellschaftsfähig – gerade im Sport. Das Jubiläumsjahr bietet für uns eine gute Möglichkeit, darüber zu informieren, wie sich Sport und Suchtprävention zusammenbringen lassen,“ so Awolin.
Auch die DAK Gesundheit in Minden war an der Veranstaltung beteiligt: die im Kreativwettbwerb „bunt statt blau“ entstandenen Bilder und Plakate wurden zu der Lesung im VIP-Raum zur Verfügung gestellt. Schülerinnen und Schüler aus dem Kreisgebiet haben sich für das Projekt in vielfältiger Weise mit dem Thema „Komasaufen“ auseinandergesetzt. Entstanden sind dabei eine Reihe an Plakaten, die vor den Gefahren des Komasaufens warnen sollen.
Der Präventive Rat des Kreises Minden-Lübbecke beschäftigt sich seit mittlerweile 20 Jahren mit der Vorbeugung von Sucht und Gewalt und der Wahrnehmung des Jugendschutzes im Kreis Minden-Lübbecke. Der Präventive Rat besteht aus Fachkräften der Jugendämter der Städte Minden, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und des Kreisjugendamtes, des Gesundheitsamtes, der Fachstelle für Suchtprävention des Kreises Minden-Lübbecke, der Fachberatungsstellung Wildwasser Minden sowie des Kommissariats Kriminalprävention und Opferschutz und der Schulsozialarbeit im Kreis Minden-Lübbecke.
(Text: Kreis Minden-Lübbecke)
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